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Das sechste und siebte Bild von Hinterkaifeck

Eine weitere Aufnahme aus unbekanntem Besitz, die einige Zeit vorher (noch zu Lebzeiten der Bewohner) entstanden sein müsste, war zusammen mit dem Foto der sechs Särge 1953 in einem Bericht der Zeitschrift “Weltbild- die Lese-Illustrierte” abgebildet. Diese Illustrierte ist einsehbar im Staatsarchiv.

Der Fall Hinterkaifeck war 1952 nach dem Brief des 19jährigen Schriftsetzerlehrings Rudolf Storz an die "Schwäbische Landeszeitung" in Augsburg nochmals aufgerollt worden, in dem einem Kaplan A. nachgesagt wurde, er wüßte seit Jahren, wer die Mörder von Hinterkaifeck waren.

Die Fotografen beider Bilder sind unbekannt.

Quellenhinweis: Die hier gezeigten Bilder sind Eigentum des Staatsarchives München. Die Genehmigung für die hiesige Veröffentlichung erfolgt unter der Archivsignatur PolDir 8091B.

Eine Hofaufnahme um 1922

Eine Hofaufnahme um 1922

Erläuterungen:

Das Bild zeigt den Hof Hinterkaifeck ziemlich sicher noch vor der Tat. Anhand des laublosen Baumes kann man schliessen, dass das Foto im Herbst/Winter aufgenommen wurde. Und die Tatsache, dass der Baum selbst noch steht, während er auf dem Tatortfoto nur noch als Stumpf zu sehen ist, läßt den Zeitpunkt der Aufnahme eingrenzen auf spätestens 1921. Der Fotograf dieses Bildes befand sich in fast identischer Position wie der Tatortfotograf der Polizei im April 1922. Man blickt auf Hinterkaifeck von Südwesten aus, im Rücken liegt das Hexenholz. Im linken Bildbereich ist das Wohn- und Stallgebäude zu sehen sowie der Hofbereich, in dem die schon erwähnten Stahlträger lagern, hier allerdings deutlich näher zum Haus gelegen. Rechts blickt man auf die Stirnseite des Scheunenanbaus, dessen "Hexenholztor" offen steht.


Die aufgebahrten Särge am 08.04.1922

Die aufgebahrten Särge am 08.04.1922

Erläuterungen:

Das oben gezeigte Bild zeigt sechs teilweise geschmückte Särge und wurde in dem Weltbildartikel Hinterkaifeck zugeordnet. Von wem das Foto aufgenommen wurde ist unbekannt. Nach den Aussageprotokollen wurde die Särge in der Scheunendurchfahrt aufgestellt. Nachdem im Hofraum in der geschützten Ecke Stall/Stadel die Obduktion durchgeführt wurde, wurden die Leichen in die bereitstehenden Särge gelegt. Darüber, ob diese Momentaufnahme schon die endgültige Aufbahrungssituation zeigt oder zumindest der Blumenschmuck noch nicht endgültig verteilt war, wurde im Forum schon ausgiebig diskutiert. Sicher scheint, dass der kleine Josef in seinem Stubenwagen zur Obduktion gebracht wurde und der Wagen deshalb auch in der Durchfahrt abgestellt wurde.
Wer Genaueres zu der Aufstellung der Särge wissen möchte, dem seit das 3-D-Modell von unserem Kollegen "Hexenholz" empfohlen, das man hier kostenlos downloaden kann. Und natürlich seien an dieser Stelle auch die Diskussionen in unserem Forum zu diesem Sargfoto  (http://forum.hinterkaifeck.net//index.php?topic=150) bzw. zu dem Modell (http://forum.hinterkaifeck.net//index.php?topic=270.0) erwähnt.


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