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Das Personenregister zum Thema Hinterkaifeck

Dieses Register dient der alphabetischen Auflistung der Namen aller Personen, die im weitesten Zusammenhang mit dem Mordfall Hinterkaifeck zur Erwähnung kommen. Es dient vor allem der Übersicht bei Recherchen und stellt keine Deutung hinsichtlich einer möglichen Tatbeteiligung der genannten Personen dar.


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A

Anneser, Johann (*1896, +(?)) 1922 Gendarm in Schrobenhausen, mit der Gerichtskommission am 04.04. und am 05.04. in Hinterkaifeck, wo er an der Durchsuchung der Gebäude mitwirkte. Anneser kritisiert 1949 in einem Brief an die Staatsanwaltschaft Augsburg die Arbeit von Kommissar Reingruber, der sich vorschnell auf Josef Bärtl als Täter festgelegt habe.

Argus
Diensthund der Münchner Polizeidirektion, Einsatz am 5.4.1922 in Hinterkaifeck zwecks Spurensuche.

Asam, Andreas (*10.7.1883, +(?)),
geboren am 10.7.1883 nachts 11 Uhr, getauft am 11.7.1883 3/4 11 Uhr, Pate: Bauer Andreas Hackl, Oberlauterbach. Sohn von Cäzilia Asam (spätere Gruber) und Josef Asam. Halbbruder von Viktoria Gabriel. Vermutlich ist Andreas Asam schon vor 1885 verstorben. Nach dem Tode des Josef Asam erhielten die beiden minderjährigen Geschwister Martin und Cäzilia ein Vatergut. Da Andreas Asam dieses nicht erhielt, spricht einiges dafür, dass er schon vor seinem Vater Josef Asam verstorben ist.

Asam, Anna Maria
Schwester von Joseph Asam und Tochter von Johann Asam

Asam, Josef (*1.8.1852, +21.5.1885),
geboren am 1.8.1852 in Oberkaifeck, Anwesen “Kaifeckerhanns”, Eltern Johann Asam, Gütler, und Katharina Karmann. Erster Ehemann der ermordeten Cäzilia Gruber (geb. Sanhüter),der Ehevertrag mit Cäzilia Sanhüter wurde am 24.4.1877 geschlossen, es wurde allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart, Trauung am 14.5.1877, Trauzeugen Johann Asam und Martin Sanhüter. Gemäß Übergabevertrag vom 24.4.1877 wurde ihm das Anwesen Hinterkaifeck von seinem Vater Johann Asam überschrieben. Josef Asam verstarb lt. den Matrikeln der Pfarrei Waidhofen am 21.05.1885 um 7 Uhr an Pneumonie, Beerdigung am 23.5.1885.

Asam, Martin (*23.7.1879, +19.8.1916)
Sohn der Cäcilia Gruber aus 1. Ehe, Halbbruder von Viktoria Gabriel. Er war ledig und wohnte wahrscheinlich bis zu seiner Einberufung am 17.5.1915 auf dem Anwesen Hinterkaifeck. Im Ersten Weltkrieg Infanterist, gefallen am 19.8.1916, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Maissemy (Frankreich). Dort beigesetzt in Block 6, Grab 47. Seine Stationen beim Militär:
Ab 17.5.1915 – Infanterie Regiment 10 (König Ludwig) / Ab 16.7.1915 – 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 10 / Ab 8.10.1915 – 6. Kompanie des Reserve Infanterie Regiments 10

Aumüller, Dr. Johann Baptist (*16.11.1874, +25.07.1932)
Dr. Aumüller ist 1874 in Bad Kissingen geboren. Nach dem Abitur hat er die erste Hälfte seines "Einjährig-Freiwilligen" Militärdienstes abgeleistet.
Nach dem Medizinstudium war Aumüller von Oktober 1897 bis Ende März 1899 "2. Assistent an der psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg".
Am 25. Februar 1899 hat er die "Approbationsprüfung" abgelegt.


Anschliessend war er "1. Assistent der psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg". Dann war er nochmals beim Militär , "Prüfling für den ärztlichen Staatsdienst" und kurzzeitig (8/02 bis 11/02) Vertreter des Arztes in der Strafanstalt München-Stadelheim. 12/02 bis 5/04 war er dann "Hilfsarzt bei der Kreisirrenanstalt Klingenmünster (Rheinpfalz)".

Es folgen 15 Jahre als Arzt und Oberarzt an der Bezirksheilanstalt Stephansfeld im Elsaß bzw. auch der Filiale Hördt. Ab 1919 "als vertriebener Elsaß-lothr. Beamter" zur Verfügung des Innenministeriums. Dr. Aumüller ist zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt. Die Wartezeit auf eine adäquate Anstellung (er bewirbt sich etwa auch bei der Kreisirrenanstalt in Regensburg) nützt er ab Oktober 1919 für eine "informatorische Beschäftigung bei dem Landgerichtsarzt Medizinalrat Prof. Stumpf in Würzburg". Zum 1. September 1920 wird Johann Bapt. Aumüller schließlich zum Landgerichtsarzt in Neuburg a.d. Donau berufen. Im Juni 1928 wird er Obermedizinalrat beim Landgericht München II.

Er ist - noch während seiner Dienstzeit - am 25. Juli 1932 mit 57 Jahren verstorben.

B

Bärtl, Josef (*18.1.1897),
Der am 18.1.1897 in Geisenfeld geborene Bäcker Josef Bärtl wurde von der Münchener Polizeidirektion als Erster der Tat verdächtigt.
Der Schrobenhausener Gendarm Hans Anneser, der als einer der Ersten am Tatort war, berichtet rückblickend in einem Schreiben aus dem Jahre 1949 an die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Augsburg, dass Kriminalinspektor Reingruber sogleich nach Eintreffen am Tatort von der Täterschaft des Josef Bärtl überzeugt gewesen sei.

Das Aktenzeichen seines Ermittlungsverfahrens lautet daher auch A 167/22. Es wurde somit gegen ihn sofort ermittelt, noch bevor das Ermittlungsverfahren gegen Schlittenbauer eingeleitet wurde, denn dieses wurde unter dem Aktenzeichen A 169/22 geführt.
In den Ermittlungen zum Mordfall Hinterkaifeck wurde er mehrfach per Haftbefehl gesucht, konnte jedoch nie gefasst werden. Die gegen ihn geführte Ermittlungsakte ist im Staatsarchiv Augsburg nicht mehr vorhanden.

Bärtl war am 7.4.1921 aus der Heil-und Pflegeanstalt Günzburg entflohen, wo er gemäß Bericht des Staatsanwaltes Pielmaier vom 6.11.1926 zur Beobachtung seines Geisteszustands eingeliefert worden war.

Gemäß Bericht des Staatsanwalts Pielmaier vom 6.11.1926 tauchte der Verdacht auf, dass Bärtl die Tat gemeinsam mit dem Konditor Alfons Gustav Philippi oder Philippe begangen haben könnte. Bezüglich des Philippe sei aber durch Erhebungen festgestellt worden, dass dieser als Täter nicht in Betracht kommen könne, da er nach Mitteilung der heil-und Pflegeanstalt in Waldheim / Sachsen in der Zeit vom 20.2.1922 bis 15.4.1922 ununterbrochen in der Dresdner später in der Waldheimer Pflegeanstalt untergebracht gewesen sei.
Staatsanwalt Pielmaier berichtet weiter, dass der Händler Georg Seidl von Achdorf den Bäcker Bärtl der Tat bezichtigt habe. Seidl habe der Polizei gegenüber angegeben, dass Bärtl um 1923 herum die Täterschaft unter ausführlicher Darstellung der Mordtat bei einem Trinkgelage in Neuburg / Donau eingestanden haben soll. Zur Glaubwürdigkeit des Zeugen Seidl führt Staatsanwalt Pielmaier aus, dass Seidl ein pathologischer Lügner sei und wegen falscher Anschuldigung anderer Personen im Zusammenhang mit dem Mordfall Hinterkaifeck zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt worden sei.

Im Schrobenhausener Wochenblatt vom 22.4.1922 war über den Bäcker Bärtl folgendes zu lesen:

„Die Staatsanwaltschaft Neuburg / Donau fahndet nach dem 1897 in Geisenfeld geborenen Bäcker Josef Bärtl, der vor einiger Zeit aus der Heil- und Pflegeanstalt in Günzburg entsprungen ist und soviel wir wissen an dem Raubmord an dem Bauern Adler in Ebenhausen Ende 1919 beteiligt war. Dieser Geisteskranke kommt als Täter oder Mitbeteiligter an dem 6-fachen Raubmord in Hinterkaifeck in Frage. Er ist von untersetzter Gestalt, hat rotes Gesicht, dunkelblondes Haar, zugeschnittenen Schnurbart, trug zeitweise Militäranzug und Gamaschen. Bärtl ist als notorischer Mörder und Verbrecher in der Umgebung von Ingolstadt bekannt, schwindelte als falscher Gendarm den Leuten Papiergeld zum Abstempeln heraus und hatte sich in Ingolstadt auch als Darlehensschwindler und Heiratsvermittler niedergelassen. Lange Zeit entzog er sich der Festnahme, verweigerte in der Haft die Nahrungsmittelaufnahme und erreichte zweimal die Aufnahme in der Heil-und Pflegeanstalt in Günzburg. Man neigt zu der Ansicht, dass Bärtl nicht geisteskrank, sondern ein raffinierter und gewalttätiger Simulant sei.“

Es ist zwar möglich, dass Bärtl nach seiner Flucht aus der Heil-und Pflegeanstalt in Günzburg versucht hat in seinen Heimatort nach Geisenfeld zu gelangen. Die Entfernung Günzburg Geisenfeld beträgt per Luftlinie 70 km, die Entfernung zwischen Geisenfeld und Hinterkaifeck beträgt per Luftlinie nur 15 km.

Allerdings liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass Bärtl tatsächlich nach Hinterkaifeck, Gröbern oder Waidhofen gelangt ist. Dass bei ihm ein entsprechendes Gewaltpotential zur Ausübung eines Sechsfachmordes vorhanden war, kann man auch nicht als gesichert erachten, denn einen notorischen Mörder hätte man zur damaligen Zeit wohl sicherer verwahrt und nicht zur Beobchtung in ein Krankenhaus verlegt.

Es ist wohl auch kaum anzunehmen, dass er das Gold und Silbergeld der Hinterkaifecker nach der Tat nicht an sich genommen hätte. Daher sind die Verdachtsmomente alles in allem gegen ihn nicht stichhaltig.

Nach seiner Flucht aus der Heil-und Pflegeanstalt in Günzburg verliert sich seine Spur. Gerüchten zufolge soll er der Fremdenlegion beigetreten sein.

Baum, Viktoria (genannt Dora), geb. Schlittenbauer (*1901, +1995)
Tochter von Lorenz und Viktoria Schlittenbauer, gab im Hieber-Film an, dass von ihrem Vater Lorenz zum nachschauen nach Hinterkaifeck geschickt wurde, nachdem der Monteur Hofner über die Reparatur des Motors auf HK sowie über die Tatsache, das sich "auf Hinterkaifeck nix rührt", informiert hatte.

 

Baumgartner, Maria (*01.10.1877, +31.03.1922),
geboren in Kühbach bei Aichach, ledig, Dienstmagd. Ihr Vater verstarb 1888, ihre Mutter starb 1904. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte sie im Elternhaus in Kühbach, dann arbeitete sie als Magd. Sie hatte drei Schwestern, von denen 1932 nur noch die Schwester Franziska Schäfer am Leben war, und zwei Brüder (Narziss B. und Josef B.). Maria Baumgartner war Inhaberin einer Invalidenkarte wegen Gehbehinderung, ausgestellt am 27.03.1922 in Pörnbach.
Gemäß “Schrobenhausener Wochenblatt” vom 06.04.1922 war in ihrem Arbeitsbuch vermerkt, daß sie am 03.02.1922 beim Landwirt Huber in Pörnbach aus dem Dienst getreten war. Danach wohnte sie übergangsweise in ihrem Elternhaus in Kühbach, das zwischenzeitlich eine Verwandte (Franziska Birner) erworben hatte. Durch Vermittlung ihrer Schwester Franziska Schäfer kam es zu einem Kontakt mit der “Verdingerin” Rockesmüller in Schrobenhausen, die sie nach Hinterkaifeck vermittelte, wo sie ab 01.04.1922 als Magd arbeiten wollte.
Sie kam in Begleitung ihrer Schwester am Nachmittag des 31.3.1922 in Hinterkaifeck an und wurde dort wenige Stunden nach ihrer Ankunft ermordet.

Baumgartner, Josef,
Bruder der Magd Maria Baumgartner. Josef Baumgartner war nach der Aussage seines älteren Bruders Narziss B. viel auf Wanderschaft, die ihn bis nach Ungarn und Italien geführt haben soll. Vom Tod seiner Schwester in Hinterkaifeck scheint er erst im weiteren Verlauf des Jahres 1922 erfahren zu haben.

Baumgartner, Narziss (*18.03.1873 in Kühbach)
Bruder der ermordeten Magd Maria Baumgartner, Brauer; arbeitete zum Tatzeitpunkt in München, war viel auf Wanderschaft. Narziss Baumgartner nahm nicht an der Beerdigung seiner Schwester teil, er habe vom Mordfall Hinterkaifeck nur etwas aus der Zeitung erfahren und sich daraufhin brieflich bei der Familie Schäfer (damals in Mühlried) erkundigt. In einer Vernehmung am 02.05.1932 gibt er an, daß er sein Elternhaus “bereits in meinem zwanzigsten Jahre verlassen” und seine Schwester Maria seither nie mehr gesehen habe.

Bichler, Anton
Anton Bichler war gelegentlich als Knecht auf Hinterkaifeck beschäftigt. Er half beim Dampfdreschen oder bei der Kartoffelernte. Er war mehrfach vorbestraft. Er stellte der Magd Kreszenz Rieger nach, als diese in Hinterkaifeck wohnte und wurde von ihr als Mörder der Hinterkaifecker verdächtigt. Ebenso verdächtigte in der Polizeibeamte Neuß. Doch sowohl er als auch sein Bruder hatten für den Tatzeitpunkt “ein wasserdichtes Alibi”. (Zitiert nach Leuschner, 3. Auflage, S. 75. Nähere Angaben zu diesem Alibi werden dort nicht gemacht.)

Bichler, Karl (*1891)
Karl Bichler war der ältere Bruder von Anton Bichler. Dem Maurer Simon Schönacher gegenüber erwähnte er , dass er sich seine Hände nicht mehr schmutzig machen müsse. Dorfbewohner hatten Angst vor ihm und verdächtigten ihn, Diebstähle begangen zu haben. Für den Tatzeitpunkt hatte er “ein wasserdichtes Alibi”. (Siehe auch: Bichler, Anton.)

Bichler, Josef (*14.03.1887)
geboren in Unterwittelsbach bei Aichach, Schulfreund von Karl Gabriel, zusammem mit diesem am 14.8.1914 ins Rekrutendepot Kösching eingerückt, Fronteinsatz ab 3.11.1914. Identifizierte einen gefallenen Kameraden als Karl Gabriel; Vernehmung 1922 (durch Stationskommandant Goldhofer von Hohenwart) und 1951.

Biegleder, Andreas
Kriminalsekretär (Erkennungsdienst) der Münchner Polizeidirektion, verantwortlich für die fünf Bilder vom Tatort.

Bley, Wenzeslaus
Schreiner aus Waidhofen, verkehrte in den Jahren nach der Tat im Wirtshaus des Thomas Schwaiger in Gröbern, hat sich 1930 eine Werkstatt in der Reifenstuelstraße in München eingerichtet und dort den ebenfalls im Hause arbeitenden Johann Kammer kennengelernt, dem er vom Mordfall Hinterkaifeck berichtet hat und der daraufhin einen Brief an die Münchner Polizeidirektion mit Hinweisen zum Mordfall verfasst hat, insbesondere zum Verhalten des Lorenz Schlittenbauer, polizeiliche Vernehmung 1930.

Böhm, Dr. Joseph (*1871),
geboren in München, seit 1899 Veterinär am Vieh-und Schlachthof in Nürnberg. Dr. Böhm gründete im Februar 1922 die Gesellschaft für die wissenschaftliche Erforschung okkulter Erscheinungen. Er vermittelte die Seance mit den Hellseherinnen, denen die sechs Schädel der Opfer gezeigt wurden.

Bohlein, Michael
Oberwachtmeister der Münchner Polizeidirektion, Hundeführer, war mit den Diensthunden Argus und Flora am 5.4.1922 zwecks Spurensuche am Tatort.

Brummer, Peter

1922 Subregens des Priesterseminars Dillingen an der Donau, zelebrierte die Beerdigung der sechs Opfer mit. Regens des Priesterseminars von 1937-1939.

Brunner, Josef (*04.12.1889)
Unteroffizier beim 13. Res.Inf.Reg.6.Komp., 3. Zug, wurde 1924 polizeilich vernommen, hat ausgesagt, dass Karl Gabriel am 12.12. 1914 um 10.00 Uhr in seinen Zug gekommen sei, um 12.00 Uhr sei er bereits gefallen, seinen Tod habe er dem Feldwebel gemeldet, daher könne er sich an den Namen erinnern.

Bumiller, Johann Baptist (*14.09.1899, +03.09.1965)
Gebürtig aus Burladingen, Diözese Freiburg. Priesterweihe am 22.07.1923. Johann Bapt. Bumiller war ab dem 15. Februar 1940 Pfarrer in Waidhofen. In einem Gespräch mit dem "Weltbild"-Reporter Gerhard Gronefeld (siehe dort) gab er 1952 an, daß Lorenz Schlittenbauer nicht der Täter im Mordfall Hinterkaifeck gewesen sei: "Auf dem Totenbett hätte er sicher geredet."  L.S. habe aber über die Vaterschaft beim kleinen Josef (Gruber) gesprochen, die er lt. Bumiller erst nach einer Zahlung von "1000 Mark" anerkannt habe.  Ab dem 27.12.1951 war Joh. Bapt. Bumiller Stadtpfarrer von St. Maximilian in Augsburg.

C

D

Dersch, Xaver
Gemeindesekretär von Waidhofen, führte viele Gespräche mit der Münchner Polizeidirektion und gab an diese seit Beginn der Ermittlungen viele Informationen weiter.

Dick, Josef (*31.03.1913 in Diepoltshofen, + gefallen im 2. Weltkrieg am 05.04. 1944 als Unteroffizier eines Grenadierregiments in Rußland bei Rakschin)
Sohn von Anna Schlittenbauer, geb. Dick, der zweiten Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer. Er besuchte (wie auch Cäzilia Gabriel) die Schule in Waidhofen, war vor dem Krieg in Schenkenau verheiratet und hatte mindestens 1 Kind. Josef Dick fuhr am 04.04.1922 zusammen mit seinem Stiefbruder Johann Schlittenbauer auf Wunsch von Lorenz Schlittenbauer auf den Hof nach Hinterkaifeck, um nach der Familie Gruber/Gabriel zu sehen. Josef Dick wurde später von Lorenz Schlittenbauer adoptiert und trug mit seit der Adoption bis zu seinem Tod den Namen Schlittenbauer.

E

Eser, Matthäus (*1913),
verbrachte Kindheit und Jugend in Waidhofen, arbeitete 1951 als Kraftfahrer in Ingolstadt, kam am 3.11.1951 in die Redaktionsräume des Donau-Kurier und erzählte dort, dass er am 24.5.1945 als Mitglied der 71.Inf.Div. von Russen während des Rückzugs gefangen genommen wurde und dass ihn ein russischer Kommissar, der sich als Mörder von Hinterkaifeck bezeichnet habe, entlassen habe, als er ihm erzählt habe, dass er aus Waidhofen kommt und Hinterkaifeck kennt, so dass er nach Hause zurückkehren konnte. Während einer Vernehmung durch Staatsanwalt Popp Ende November 1951 erklärte Eser, dass er alles, was er über Hinterkaifeck erzählt habe, erfunden habe.

F

Flora
Diensthund der Münchner Polizeidirektion, Einsatz in Hinterkaifeck am 5.4.1922 zwecks Spurensuche.

“Fräulein Bü”
1. Medium aus Nürnberg, Seance mit den Schädeln der Opfer.

“Fräulein Jü”
2. Medium aus Nürnberg, Seance mit den Schädeln der Opfer.
Mit einiger Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um Helene Jürgens aus Nürnberg. Der Oberregierungsrat am bayer. Kultusministerium und frühere Seminarlehrer für Psychlogie und Pädagogik Oskar Vogelhuber machte auf die mehrfach als hervorragendes Medium bezeichnete Jürgens aufmerksam und empfahl diese auch als Hilfe für die Aufklärung des sog. "Gareisfalls". Polizeidirektor Ramer, 1. Staatsanwalt Aull und Kriminaloberkommissär Herold fuhren mehrfach nach Nürnberg zu Frau Jürgens, wo sie verschiedene Gegenstände vom Opfer und von Tatverdächtigen mitnahmen. Zu einem konkreten Ergebnis kam es dabei allerdings nie.

Frei, Josef
1922 (seit 1919) Bürgermeister von Waidhofen, Land- und Gastwirt.

Fuchs, Sophie (*1915)
Mitschülerin (Banknachbarin) von Cäzilia Gabriel, polizeiliche Vernehmung am 17.12.1951, weitere Vernehmungen 1980 und 1984. Sie sagte 1951 aus, dass die Mutter von Cäzilia Gabriel, Viktoria Gabriel, am 30.3.1922 nach einem Streit mit ihrem Vater, Andreas Gruber, fortgelaufen sei. Die Familie habe daraufhin Angst gehabt, dass sie sich etwas antun würde. Sophie Fuchs erwähnt in diesem Zusammenhang auch das nahegelegene Flüsschen Paar. Viktoria Gabriel sei dann von der Familie nachts auf einem Baumstumpf sitzend im Wald gefunden worden. 1984 sagte Sophie Fuchs im Gegensatz dazu aus, dass die Oma von Cäzilia, also Cäzilia Gruber, fortgelaufen sei und gesucht werden musste.
Gegenüber Kommissar Konrad Müller macht Sophie Fuchs am 14.02.1984 zur Frage einer möglichen Täterschaft von Karl Gabriel die folgende Angabe: “Ja niemals. Mei Schwiegervater, der Fuchs Michael von Reichelsbach und der Bichler von Waidhofen, die waren nämlich dabei, wie´s den Gabriel im 1. Weltkrieg eingrab´n ham.”

G

Gabriel, Anton
Bruder von Karl Gabriel, Landwirt in Schlot(t), kommt 1937 zusammen mit seinem Bruder Jakob ins Amtsgerichtsgefängnis nach Schrobenhausen aufgrund der belastenden Aussage einer Zeugin, drei Wochen später wird er wieder entlassen.
Oberinspektor Xaver Meiendres gibt den Sachverhalt am 12.08.1948 folgendermaßen wieder: “Glaublich im Jahre 1934 gab ein Brief von einer gewissen, damals in Augsburg wohnenden Frau Miesl(?), die aus Wangen (...) stammte (...), Anlaß zur Festnahme der besagten Brüder Gabriel. (...) Die Miesl war zur Tatzeit bei den Eltern der Gabriel als Magd bedienstet. Während einer Stockrodung im nahen Wald will Miesl nach ihren brieflichen Angaben mit den Brüdern Gabriel in Streit geraten sein, im Verlaufe sie den Brüdern Gabriel den Mord von Hinterkaifeck vorgeworfen haben will. Einer der Gebrüder Gabriel soll daraufhin erwidert haben, wenn sie nicht den Mund halte und noch ein Wort verliere, würde er sie auf der Stelle und zwar auf die gleiche Weise wie die Hinterkaifecker erschlagen, in ein Stockloch werfen und verscharren.” Meiendres geht weiter darauf ein, daß aufgrund dieser Anschuldigungen v.a. die finanzielle Situation der drei Brüder Gabriel überprüft worden sei: “Es konnte nachgewiesen werden, daß der Kauf der gen. Anwesen (Anm.: in Laag (elterliches Anwesen), in Rettenbach (Anwesen mit Gastwirtschaft) und in Schlott, Landkreis Schrobenhausen (“ansehnliches landwirtschaftliches Anwesen”)) fast ausschliesslich vom elterlichen Anwesen und aus eigenen Ersparnissen finanziert worden war. Da weitere stichhaltige Verdachtsgründe nicht vorhanden waren, wurden die Gebrüder Gabriel nach etwa drei Wochen aus der U.-Haft entlassen.”

Gabriel, Cäzilia (*9.1.1915, + 31.3.1922),
geboren in Hinterkaifeck, Tochter von Viktoria und Karl Gabriel, Schülerin der Volksschule von Waidhofen, ermordet am 31.3.1922.

Gabriel, Jakob (*04.07.1899)
Bruder von Karl Gabriel, Landwirt in Laag, kommt 1937 zusammen mit seinem Bruder Anton ins Amtsgerichtsgefängnis nach Schrobenhausen aufgrund einer belastenden Zeugenaussage. Laut Xaver Meiendres wird er nach drei Wochen wieder entlassen. (Siehe dazu auch: Gabriel, Anton)

Gabriel, Josef (*22.03.1891,+11.02.1969)
Bruder von Karl Gabriel, 1937 Gastwirt in Rettenbach bei Wasserburg, kommt 1937 aufgrund einer belastenden Zeugenaussage ins Untersuchungsgefängis nach Augsburg, wird nach drei Wochen wieder entlassen. (Siehe dazu auch: Gabriel, Anton)
Josef Gabriel fand 1923 beim Abbruch von Hinterkaifeck im Fehlboden nahe des Kamins die versteckte Reuthaue.

Gabriel, Karl (*16.12.1888, +12.12.1914),
geboren in Laag als Sohn des Gütlers Karl Gabriel und der Franziska Gabriel; am 11.03.1914 Ehevertrag mit Victoria Gabriel vor dem Notariat in Schrobenhausen, am 03.04.1914 Heirat mit Viktoria Gruber von Hinterkaifeck, wird Gütler von Hinterkaifeck. Vater der erst nach seinem Tod am 09.01.1915 geborenen Cäzilia Gabriel.
Gabriel meldet sich nach Ausbruch des 1. Weltkriegs als Freiwilliger(?), Einzug am 14.08.1914 ins Rekrutendepot Kösching bei Ingolstadt, wird am 08.12.1914 als Reserve-Infanterist der 6. Kompanie, Reserve-Infanterie-Regiment 13, an die Front abgestellt und fällt am 12.12.1914 bei einem Erkundungsversuch vor einem Schützengraben bei Neuville (wird teilweise angezweifelt). Laut Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ruht er auf der Kriegsgräberstätte in St.Laurent-Blangy in einem Kameradengrab.

Gabriel, Karl sen. (+3.5.1931),
Gütler in Laag, Vater des Karl Gabriel von Hinterkaifeck. Karl Gabriel sen. machte am 14.06.1922 Ansprüche geltend, daß er Erbe des Vermögens der Familie Gruber/Gabriel sei, weil Enkelin Cäzilia (aufgrund ihrer Bekleidung) mutmasslich nach ihrer Mutter verstorben sei. Nach entsprechenden Auseinandersetzungen einigte er sich mit den 11 Erben der Familien Starringer und Gruber “durch aussergerichtliche Erledigung (Vergleich)” über den Kauf des Anwesens Hinterkaifeck (Vermerk von Kommissar Riedmayr, 07.02.1931. Diesem lagen damals die Zivilgerichtsakten vor.).

Gabriel, Stephan (*29.12.1892, +21.07.1916)
Bruder von Karl Gabriel, gefallen 1916 bei Beanrains, Res.Inf.Rgt.10.

Gabriel, Victoria, geb. Gruber (*06.02.1887, +31.03.1922)
Bäuerin von Hinterkaifeck, Tochter von Cäcilia Gruber und Andreas Gruber. Gemäß Übergabevertrag vom 11.3.1914 wurde ihr das Anwesen Hinterkaifeck von ihren Eltern übertragen. Gemäß Ehe-und Erbvertrag vom 11.3.1914, in welchem allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart wurde, wurde sie zusammen mit Karl Gabriel Eigentümerin von Hinterkaifeck. Am 3.4.1914 Heirat mit Karl Gabriel aus Laag, verwitwet seit 12.12.1914, da Karl Gabriel in Frankreich gefallen ist (wird tw. angezweifelt), Geburt der Tochter Cäzilia am 9.1.1915. Am 22.5.1915 vom Landgericht Neuburg wegen Inzests mit dem Vater Andreas Gruber zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt. Belegt ist ein Verhältnis mit dem Gröberner Ortsführer Lorenz Schlittenbauer im Jahre 1918, gab diesen 1919 als Vater des unehelich geborenen Sohnes Josef an. Mitglied des Kirchenchores von Waidhofen. Ermordet am 31.3.1922.

Gabriel, Xaver (*28.08.1895)
Bruder von Karl Gabriel, Wohnort Laag 32 - vermißt am 21.06.1916  in Norilsk / Rußland.

Gall, Michael
Nachfolger von Georg Greger als Bürgermeister von Wangen, leitete 1926 den Sühnetermin zwischen Schlittenbauer und Sigl.

Gareis, Karl (*14.11.1889, +09.06.1921)
Fraktionsvorsitzender der USPD im bayerischen Landtag, fiel einem der Fememorde während der Weimarer Republik zum Opfer, die auf das Konto des Freikorps Oberland (Adolf Gump) gehen sollen.

Goldhofer, Georg
Stationskommandant der Gendarmeriestation in Hohenwart, Sicherheitskommissär.

Greger, Georg
1922 Bürgermeister von Wangen, empfing am 4.4.1922 KOI Reingruber und die Mitarbeiter von der Münchner Polizeidirektion in seinem Haus; einer der ersten am Tatort. Greger suchte 1926 KOI Reingruber in München auf und informierte ihn über die gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Schlittenbauer und Sigl. Er verlor 1927 seine Tochter Franziska, die an den Folgen einer Abtreibung starb.

Gronefeld, Gerhard
Bildjournalist der Zeitschrift "Weltbild", recherchierte 1952 u.a. das Umfeld des Anton Gump, interviewte diesen, dessen Ehefrau und auch dessen Geschwister zum Tatverdacht, kam zu dem Ergebnis, dass die Gump-Brüder als Tatverdächtige ausscheiden. Außerdem sprach er mit Johann Schlittenbauer, dem ältesten Sohn von Lorenz Schlittenbauer, dem ehemaligen Waidhofener Pfarrer Johann Bapt. Bumiller und mit dem Augsburger Staatsanwalt Dr. Popp.

Großöhme, Therese (*1927),
hat im April 1999 dem Donau-Kurier mitgeteilt, dass ein Lorenz Hausfelder ihr mitgeteilt habe, dass dieser 1918 und 1926 eine Begegnung mit Karl Gabriel in Pfaffenhofen gehabt habe. 1918 habe Gabriel ihm ein fremdes Soldbuch gezeigt und 1926 habe Gabriel erklärt, der Mörder von Hinterkaifeck zu sein. Sie habe dieses Geheimnis seit 60 Jahren mit sich herumgetragen und wolle dieses nun veröffentlichen. (Quelle: “Donau-Kurier” vom 15.04.1999. Siehe auch den Beitrag zu Lorenz Hausfelder. Dieser hat bei einer polizeilichen Vernehmung 1951 lediglich von einer angeblichen Begegnung 1917 berichtet.)

Gruber, Andreas (*09.11.1858, +31.03.1922),
geboren in Grainstetten als Sohn des Gütlers Andreas Gruber und dessen Ehefrau Martina, geb. Obermair), schloss am 28.12.1885 mit der seit 21.5.1885 verwitweten Eigentümerin von Hinterkaifeck, Cäzilia Asam, geb. Sanhüter vor dem Notar Metzler in Schrobenhausen einen Ehe-und Erbvertrag, in welchem allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart wurde, so dass er Miteigentümer des Anwesens wurde.
Am 14.4.1886 heiratete er in Waidhofen Cäzilia Asam, Trauzeugen waren die Väter Andreas Gruber und Martin Sanhüter.

Andreas Gruber war der Vater von Viktoria Gabriel. Er unterhielt gemäß Urteil des LG Neuburg / Donau in den Jahren 1907 bis 1910 ein Inzestverhältnis mit seiner Tochter Viktoria und durch Urteil des Landrechts Neuburg vom 22.5.1915 wurde er wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr verurteilt. Am 11.3.1914 übergab er den Hof Hinterkaifeck an seine Tochter Viktoria und lebte seither auf dem Hof als Austragsbauer. Er wurde im September 1919 von Lorenz Schlittenbauer wegen Inzests angezeigt und musste erneut für einige Tage in Untersuchungshaft, im Jahre 1920 erfolgte ein Freispruch vom Tatvorwurf. Andreas Gruber war der Vormund von Josef Gruber, dem am 7.9.1919 geborenen unehelichen Sohn der Viktoria Gruber. Er wurde am 31.3.1922 in Hinterkaifeck ermordet.

Gruber, Anna
Anna Gruber aus Greinstetten, die Schwester von Andreas Gruber, beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/10.

Gruber, Bernhard
Bruder von Andreas Gruber, Gütler von Strobenried, lebte nach der Tat bis zum Verkauf des Anwesens in Hinterkaifeck, beerbte die Familie Gruber/Gabriel zu 1/10.

Gruber, Cäzilia, geb. Sanhüter (*27.11.1849, +31.03.1922),
Geboren und getauft am 27.11.1849 in Gerolsbach als Tochter des Gütlers und Zimmermanns J. Martin Sanhüter und dessen Ehefrau, Zimmermannstochter Monika, geb. Winter. Vor ihrer Ehe mit Josef Asam lebte sie in Koppenbach.

Sie schloss am 24.4.1877 einen Ehe-und Erbvertrag mit Joseph Asam. Es wurde allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart. Sie wurde aufgrund dieses Vertrages Miteigentümerin von Hinterkaifeck. Die kirchliche Trauung mit Joseph Asam fand laut Matrikeleintrag der Kirche in Waidhofen am 14.5.1877 statt. Trauzeugen waren die Väter Johann Asam und Martin Sanhüter.

Anfangs hat sie zusammen mit ihrem Ehemann, dessen minderjähriger Schwester Viktoria Asam und dessen verwitwetem Vater Johann Asam auf Hinterkaifeck gelebt.

Sie hatte vier Kinder mit Josef Asam:

1)Eine am 15.12.1877 geborene und ungetauft verstorbene Tochter (Totgeburt?)
2)Martin Asam ( *23.7.1879, +19.8.1916)
3)Zäzilia Asam (später verehelichte Starringer in Gerenzhausen)
4)Andreas Asam (*10.7.1883 nachts 11 Uhr, + ?)
Andreas Asam wurde nachts um 3 Uhr geboren und am 11.7. gegen ¾ 11 Uhr getauft.

Taufpate von allen Kindern war der Bauer Andres Hackl aus Oberlauterbach (Lauterbach?)

Nach dem Tode von Joseph Asam (21.5.1885) schloss Cäzilia Asam am 3.7.1885 vor dem Notar Theodor Metzler in Schrobenhausen einen Vaterguts-Vertrag mit ihren Kindern Martin und Cäzilia, diese vertreten durch deren Vormund Andreas Hackl. Da Andreas Asam kein Vatergut erhielt, könnte davon auszugehen sein, dass er schon vor seinem Vater, also vor 1885 verstorben ist.
Am 28.12.1885 schloss sie mit Andreas Gruber vor dem Notar Theodor Metzler in Schrobenhausen einen Ehe-und Erbvertrag. Es wurde allgemeine Gütergemeinschaft vereinbart und Andreas Gruber wurde aufgrund dieses Vertrages Miteigentümer von Hinterkaifeck.

Am 14.4.1886 fand die Kirchliche Trauung mit Andreas Gruber in der Kirche von Waidhofen statt. Trauzeugen waren die Väter Andreas Gruber und Martin Sanhüter.

Mit Andreas Gruber hatte Cäzilia Gruber drei Kinder:
1.Viktoria Gabriel ( * 6.2.1887, + 31.3.1922
2.Sophie Gruber (* 15.5.1889, +26.2.1891)
Geboren am 15.5.1889 um 3 Uhr früh, getauft am 15.5.1889 nachmittags
3.Notgetaufte Tochter unbekannten Namens, geboren und verstorben am 1.8.1892
Geboren um 10 Uhr nachts, notgetauft durch Dr. Aschenbrenner

Eine weitere Ehe mit einem Josef Ostermeier, wie im Leuschner-Buch, 3. Aufl. 2008 erwähnt, kann nach diesen Recherchen ausgeschlossen werden. Es könnte sich um einen Irrtum handeln, weil Lorenz Schlittenbauer in seiner polizeilichen Vernehmung vom 30.3.1931 ausgesagt hat, dass Cäzilia Gruber vor ihrer Ehe mit Andreas Gruber mit einem Josef Ostermeier aus Oberkaifeck verheiratet war.
Cäzilia Gruber wurde am 31.3.1922 in Hinterkaifeck ermordet.

Gruber, Josef (*07.09.1919, +31.03.1922)
Victoria Gabriels Sohn, eines der sechs Opfer auf Hinterkaifeck. Wurde in seinem Stubenwagen im Schlafzimmer der Victoria Gabriel erschlagen.

Gruber, Josef
Josef Gruber aus Pfaffenhofen beerbte als Bruder von Andreas Gruber die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/10.

Gruber, Leonhard
Leonhard Gruber aus Grünstetten beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/50.

Gruber, Peter
Peter Gruber aus Grünstetten beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/50.

Gruber, Sophie (*15.05.1889, +26.02.1891)
Tochter von Andreas Gruber und Cäcilia Gruber (verw. Asam, geb. Sanhüter), geboren auf Hinterkaifeck. Schwester von Viktoria Gabriel.

Gruber, Therese,
aus Greinstetten, beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/50.

Gump, Adolf (*04.12.1889, +29.02.1944)
Adolf Gump hat am 1. Weltkrieg teilgenommen, ist 1918 zu seinem Vater nach Kranzberg bei Freising heimgekehrt. Er hat sich im Frühjahr 1919 zum Freikorps Oberland gemeldet. Zusammen mit drei anderen Männern bildete er ein “Rollkommando für Spezialaufgaben” innerhalb des Freikorps, das verschiedene Fememorde in Bayern ausführen sollte. Der Mord an dem USPD Politiker Gareis geht mit Sicherheit auf sein Konto. Im Anschluss an diesen Mord verabschiedete er sich mit dem Freikorps Oberland nach Oberschlesien, wo er im Zuge des “Kampfes um den Annaberg” 1921 neun Bauern tötete. (Siehe allmystery.de, S.128, Beitrag von ´oldschool70´ vom 18.05.07, 10.15h.)
Zeugen gegenüber hat er sich mit diesen Morden gebrüstet, am 9.4.1922 hat Kriminaloberinspektor Reingruber deshalb wegen neunfachen Mordes nach ihm fahnden lassen.
Adolf Gump war als Unteroffizier beim 100.000 Mann Heer in Ingolstadt, wo er 1923 ausschied und als Korbflechter durchs Land zog. 1942 meldete er sich mit 52 Jahren freiwillig zum Militär, nach mehreren altersbedingten Abweisungen wurde er doch noch zu einem Landesschützen-Bataillon in der Nähe von Würzburg eingezogen, wo er ein Gefangenenlager zu bewachen hatte. Er starb 1944 in einem Reservelazarett. Seine Todesumstände sind ungeklärt, offizielle Begründung für den Tod war ein Fahrradunfall, andere zweifelten dieses aufgrund der schweren Kopfverletzungen an und vermuteten, dass Gump von französischen Kriegsgefangenen erschlagen wurde.
Ihm wurde von Staatsanwalt Dr. Popp ein Verhältnis mit Viktoria Gabriel nachgesagt, ohne dass hierfür Anhaltspunkte bekannt sind. StA Dr. Popp hielt ihn auch für den Vater des kleinen Josef.

Sein Grab befindet sich in der Kriegsgräberstätte des Münchner Waldfriedhofes - Reihe 99 - Grab 1.

Gump, Anton (*11.06.1887, +(?))
Gegen Anton Gump wurde auf Initiative von StA Dr. Popp ab 1951 wegen des Verdachts einer Tatbeteiligung am Mordfall Hinterkaifeck ermittelt. Dr. Popp nahm an, daß Anton Gump die Tat zusammen mit seinem schon 1944 verstorbenen Bruder Adolf begangen habe. Diese Annahme war ursprünglich durch eine Anschuldigung begründet, die die Schwester von Gump, Kreszentia Mayer (siehe dort), auf dem Sterbebett gegenüber dem Priester Anton Hauber erhoben hatte.
Anton Gump war vom 14.03.1915 bis 05.12.1918 Soldat, 1919 hat er geheiratet. Von September 1921 bis 1945 war er als angelernter Schleifer bei den “Deutschen Werken” in Ingolstadt tätig. (Siehe Leuschner, 3. Aufl., S.242ff.)
Im Rahmen der Ermittlungen wurde am 06.05.1952 gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt, er wurde in die JVA Augsburg II gebracht. Am 29.05.1952 (oder eventuell an einem der folgenden Tage) wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Am 01.02.1954 wurde das Ermittlungsverfahren gegen ihn endgültig eingestellt, da sich der Verdacht einer Tatbeteiligung am Mordfall Hinterkaifeck nicht erhärten ließ.

H

Haas, Michael (*01.02.1877, +14.06.1933)
Michael Haas stammte aus Ammersberg (Pfarrei Oberlauterbach) und wurde dort am 01.02.1877 geboren. Am 20.07.1901 wurde er in der Diözese Augsburg zum Priester geweiht. Ab 19.08.1901 war er Kaplan in Kaisheim, ab 20.05.1902 Kaplan in Thannhausen. Ab 26.01.1903 Stadtkaplan in Augsburg, Pfarrei St. Georg. Zum 10.05.1906 wurde er als Pfarrer in Döpshofen bestellt.

Am 11.08.1910 kam er als Pfarrer nach Waidhofen.

Er war Pfarrer in der Kirche St. Mariä Reinigung in Waidhofen als Nachfolger von Pfarrer Johann Evangelist Knittlmayer, war somit auch Beichtvater der Hinterkaifecker und der Bewohner von Gröbern und Laag. Pfarrer Haas fand angeblich am 17.03.1922 700 Goldmark im Beichtstuhl in der Kirche (Datum und Sachverhalt nicht ausreichend gesichert). Er beerdigte am 08.04.1922 die Opfer von Hinterkaifeck. 1926 erhielt er als Geschenk zum silbernen Priesterjubiläum von den Bürgern von Waidhofen eine Glocke.

Ab einem noch nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt (wohl nach 1922, aber vor 1931) gab es in Waidhofen eine kleine Niederlassung Dillinger Franziskanerinnen (1 Oberin, 4 Schwestern), die evtl. einen Kindergarten führten oder im Schuldienst tätig waren (muß noch geprüft werden). Pfarrer Haas wird als Beichtvater dieser Schwestern genannt.

Zum 27.02.1930 wurde er als Stadtpfarrer von Augsburg - St. Josef ("in der Vorstadt links der Wertach") berufen. Sein Nachfolger in der Kirche in Waidhofen war ab 3.4.1930 Alfred Spägele. In Augsburg dürfte er 1933 wohl im Amt (nach Xaver Meiendres wohl an einem Herzinfarkt) verstorben sein.

Für 1932 werden für die Pfarrei Augsburg - St. Josef neben Pfarrer Haas noch drei Kapläne (Karl Nold von Bergatreute (Diözese Rottenburg), Michael Rupprecht von Sontheim und Karl Bernhardt von Ravensburg) und zwei geweihte Priester als Religionslehrer (Eduard Pfeuser von Regensburg und Josef Kerker von Weingarten) geführt. Evtl. hat Pfarrer Haas diesen etwas über sein Wissen um Hinterkaifeck anvertraut.

Haas, Nikolaus (*13.12.1888 zu Deimhausen; verheiratet zu Waidhofen am 31.05.1912 mit Maria Haindl;+??.??.????)
Landwirt aus Rachelsbach, war zusammen mit Karl Gabriel an der Front, hat einen am 12.12.1914 gefallenen Kameraden zweifelsfrei als den ihm bekannten Karl Gabriel identifiziert, polizeiliche Vernehmung 1951.

Hackl, Andreas
Bauer aus Oberlauterbach ( Lauterbach?), Pate von allen Kindern der Cäzilia Gruber, verw. Asam. Nach dem Tode des Josef Asam wurde Andreas Hackl zum Vormund der minderjährigen Kinder Martin und Cäzilia Asam bestellt. Er vertrat die minderjährigen Kinder aufgrund seiner Bestellung zum Vormund im Vatergutsvertrag vom 3.7.1885.

Hager
1922 Leiter des Kirchenchores von Waidhofen.

Hauber, Anton
Benefiziat, war von 1940 bis 1945 unter Stadpfarrer August Ritzl (Anm.: siehe dort) Kaplan in der Stadtpfarrkirche St. Pankratius in Augsburg-Lechhausen. Er wurde im Rahmen seiner Tätigkeit 1941 zu einer Kranken gerufen, der er die Sterbesakramente spenden sollte. Auf dem Sterbebett beschuldigte die Frau, Kreszentia Mayer (geborene Gump), ihre Brüder, die Mörder von Hinterkaifeck zu sein. Die Sterbende bat ihn, nach ihrem Tod die Polizei zu informieren. Hauber hat dies aber nie unternommen, obwohl die Äußerung nicht im Rahmen der Beichte gefallen war.
Erst durch einen Leserbrief des 19jährigen Schriftsetzers Rudolf Storz an die “Schwäbische Landeszeitung”, abgedruckt am 16.11.1951, wurden die damaligen Ermittler auf Hauber aufmerksam. Der Priester hatte 1948 im Rahmen einer Gruppenstunde einigen Jugendlichen, darunter auch Storz, vom Erlebnis mit Kreszentia Mayer berichtet. Am 24.03.1952 meldete sich Hauber nach einer Vorladung bei der Chefdienststelle der Kriminalpolizei Schwaben. Zuvor war er auch schon von den “Weltbild”-Reportern Heinz Ulrich und Gerhard Gronefeld befragt worden.

Hausfelder, Lorenz,
wurde 1951 als damals 80 Jähriger vernommen. Im Rahmen der polizeilichen Vernehmung hat er angegeben, dass er 1917 einen ihm nicht bekannten Soldaten anlässlich eines Heimaturlaubs auf dem Bahnhof in Pfaffenhofen getroffen habe. Dieser habe sich als Gabriel von Hinterkaifeck vorgestellt. Er habe ihm gegenüber erwähnt, dass es ihm zu Hause nicht gefallen habe. Eine weitere Begegnung habe es nicht gegeben.

Hofner, Albert (*01.10.1902),
geboren in Königsfeld, Bezirksamt Pfaffenhofen; hat 1922 als Monteur in der Maschinenfabrik Ziegler gearbeitet, fuhr am 04.04.1922 mit dem Fahrrad nach Hinterkaifeck und reparierte dort von 9.00h bis 14.30h in vermeintlicher Abwesenheit der Hofbewohner einen Motor, eingehende polizeiliche Vernehmung erst 1925. 1922 war er nur kurz telefonisch von einem Beamten der Gendarmeriestation Hohenwart befragt worden, ob er am 04.04. auf dem Hof gewesen sei.

 

Huber, Sebastian (*16.01.1888),
Landwirt; wurde am 17.12.1923 polizeilich vernommen, weil er ein Kriegskamerad von Karl Gabriel war. Er sagte aus, dass er zusammen mit diesem im Rekrutendepot in Kösching war. Er habe ihn aber nur gesichtsweise gekannt. “Gabriel sei ein großer Mensch gewesen, und deshalb am rechten Flügel gestanden, er (Huber) habe sich am linken Flügel befunden.”
Am 11.12.1914 seien sie in Nordfrankreich angekommen. Am 12.12. abends “habe er mit Gabriel auf Posten vorgehen müssen”. Karl Gabriel sei dann gleich in der ersten Nacht gefallen.

I

J

K

Kaspar, Andreas
Sohn des Brandmetzgers Wendelin Kaspar, wurde von der Ehefrau des Justizrates Stinglwagner verdächtigt, weil er vor dem Mord angeblich geäußert hat, dass, wenn er wüsste wo viel Geld zu holen ist, er vor nichts zurückschrecken würde.

Kaspar, Wendelin
Waidhofener Brandmetzger, wurde verdächtigt aufgrund eines Streits mit seinem Sohn Andreas, der mit einer Schießerei geendet hat. Der Sohn drohte dem Vater, ihn wegen der Morde in Hinterkaifeck anzuzeigen.

Kerner, Georg (*05.03.1907)
Stiefbruder von Matthäus Eser, war 1922 nach seinen Angaben mit anderen Jugendlichen am Tatort. Er wurde am 27.11.1951 polizeilich vernommen und sagte u.a. aus, dass er sich genau daran erinnern könne, dass in Hinterkaifeck neben dem Heuloch auf dem Dachboden Speckschwarten ( Häute und Fettreste von Geräuchertem) herumgelegen hätten. Kerner wuchs mit drei Halbgeschwistern im Haushalt des Großvaters in Schrobenhausen auf. Im Anwesen HK hätten sie gelegentlich Milch geholt. Sein jüngerer Halbbruder, M. Eser, könne auch auf dem Hof gewesen sein. Kerner charakterisiert Eser allerdings als jemanden, der sich wichtig machen wolle und dem er "das meiste nicht glaubte, was er mir erzählte".

Kestel, Heinrich
Oberstaatsanwalt am Landgericht Neuburg/Donau, führte die Ermittlungen in den Jahren 1930/1931, verfügte die erneute Vernehmung Lorenz Schlittenbauers im Jahr 1931. Er beendete seine Laufbahn als Oberlandesgerichtsrat in München.

Kollmer
Kriminalsekretär aus München, vernahm zusammen mit Georg Neuß im Laufe des Aprils 1922 zahlreiche Zeugen in Waidhofen und Gröbern.

Kammer/Krammer, Johann (* 1913, +(?))
Phototechniker, arbeitet 1930 in der Reifenstuelstraße in München, selbstbewusst, bekannt mit Schreiner Wenzeslaus Bley aus Waidhofen, der seit Januar 1930 in der Reifenstuelstraße eine Werkstatt betreibt, übergibt den Beamten der Münchner Polizeidirektion ein detailliertes Schreiben mit Hinweisen zum Mordfall Hinterkaifeck, insbesondere zum Verhalten von Lorenz Schlittenbauer, polizeiliche Vernehmung am 1.8.1930 in München. (Anm.: Überwiegend wird in den Akten der Nachname mit “Kammer” angegeben. Die Variante “Krammer” und einmal sogar “Krammerer” ist ebenfalls zu finden.)

Kreutmeyer, Käthe (*1905)
Mitglied des Kirchenchores in Waidhofen, bekannt mit Viktoria Gabriel, ging mit den Hinterkaifeckern sonntags zur Messe nach Waidhofen. Betete mit anderen zusammen ab dem 4.4.1922 bis zur Beerdigung den Totenrosenkranz auf dem Anwesen Hinterkaifeck. Käthe Kreutmeyer wurde 1951 von Ludwig Hecker für seine Artikelserie im “Donau-Kurier” befragt.

L

Lautenbacher, Hans (*1892 ),
Zeitungsredakteur der “Neuen Augsburger Zeitung”, war als einer der ersten Journalisten am Tatort, unterhielt sich mit Zeugen.

Den von Hans Lautenbacher verfassten Bericht als Sonderberichterstatter der Neuen Augsburger Zeitung finden Sie HIER.

 

Lebmaier, Blasius,
Gütler von Oberkaifeck. Nach der Reparatur in Hinterkaifeck war der Monteuer Albert Hofner am Nachmittag des 04.04.1922 noch wegen einer Reparatur auf dem Anwesen des Blasius Lebmaier. Dieser vermutete auf Nachfrage von Hofner, daß die HKer vielleicht alle im Holz arbeiten würden.

M

Mayer, Kreszentia, geb. Gump (+20.10.1941),
teilte kurz vor ihrem Tod dem Priester Anton Hauber mit, dass ihre Brüder Anton und Adolf Gump die Mörder von Hinterkaifeck seien. Sie hatte dies vorher auch schon dem Pfarrer August Ritzl von St. Pankratius in Augsburg gegenüber behauptet, in dessen Pfarrei Hauber als Kaplan wirkte. Anton Gump bestritt 1952 diese Anschuldigung und nannte seine Schwester “eine Bestie”, die auch den schwerkranken Vater, den sie zur Pflege hatte, geschlagen habe. Seit 1919 habe er seine Schwester nur ein einziges Mal gesehen und zwar 1938 bei der Beerdigung des Vaters.
Die Charakterisierung der verstorbenen Schwester Kreszentia durch Anton Gump wurde bestätigt durch die übrigen Gump-Geschwister, die der Bildjournalist Gronefeld zusammen mit dem Redakteur Ulrich 1952 aufgesucht hat.

Mayer, Josef (*09.06.1900, +22.02.1968),
Postschaffner aus Waidhofen, stellte den Hinterkaifeckern seit dem 01.03.1921 die Post zu, daneben an drei Tagen in der Woche das Schrobenhausener Wochenblatt. Er kannte die Leute auf Hinterkaifeck, weil er einmal monatlich “eine kleine Rente” vorbeibrachte. Ludwig Hecker berichtete 1951 in der im “Donaukurier” erschienenen “Nacht von Hinterkaifeck” von Josef Mayer und hat Erkundigungen über ihn zusammengetragen. Josef Mayer wurde erst am 10.01.1952 bzw. am 05.06.1952 vernommen. In diesen Protokollen gibt er allerdings auch an, daß er nach Entdeckung der Tat von dem Gendameriebeamten Goldhofer aus Hohenwart in Sachen Hinterkaifeck befragt wurde.
Über die Hinterkaifecker selbst berichtet Mayer noch folgendes: “Die Eheleute Gruber und auch die Frau Viktoria Gabriel waren nach meiner Ansicht schon zugängliche Leute. Man konnte sich schon mit ihnen unterhalten, wenn gleich sie sehr für sich waren.”

Mayer, Albert
Kriminalkommissär von der Polizeidirektion München, nahm am 08.04.1922 Gipsabdrücke von Fußspuren auf einem Acker bei Hinterkaifeck.

Mayer, Sebastian
Wachtmeister der Gendarmeriestation Hohenwart.

Mayr, Josef (+1945),
Geistlicher, von 1917 bis 1923 als Benefiziat in der Waidhofener Pfarrkirche Mariä Reinigung, zelebrierte zusammen mit Pfarrer Michael Haas und Subregens Peter Brummer die Beerdigung der Opfer von Hinterkaifeck.

Meiendres, Xaver
Polizeibeamter, ab 1931 in der Gendarmeriestation Hohenwart tätig. Verfasste 1948 (als Oberinspektor an der höheren Landespolizeischule Sudelfeld) aus der Erinnerung und ohne ihm vorliegende Originalakten einen Bericht über den Mordfall Hinterkaifeck. Meiendres berichtet u.a. von einer Spende von 700 Goldmark, die Viktoria Gabriel etwa zwei Wochen vor der Tatnacht im Beichtstuhl der Waidhofener Kirche abgelegt haben soll. Dieser Sachverhalt wird in den anderen noch in Augsburg und München erhaltenen Akten sonst nirgends erwähnt.

Meixl, Ludwig
Oberwachtmeister der Schutzmannschaft Schrobenhausen, vermutete, dass Karl Gabriel in einem Gefangenentransport zurückgekehrt sei.

Merkel, Hermann, Prof. Dr. (*07.06.1873, +27.05.1957),
wurde 1873 in Nürnberg geboren, verstarb 1957 in München. Merkel war ab 1.5.1914 Prof. für gerichtliche Medizin an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, gleichzeitig Landgerichtsarzt am Landgericht München, wurde von Dr. Aumüller über die Obduktion der Hinterkaifecker telefonisch informiert. In seinem Institut wurde 1923 die Reuthaue kriminaltechnisch untersucht.

Metzler, Theodor
Königlicher Notar in Schrobenhausen, beurkundete am 24.4.1877 den Übergabevertrag zwischen Johann Asam und Josef Asam, sowie den Ehe-und Erbvertrag zwischen Josef Asam und Cäzilia Sanhüter, außerdem beurkundete er am 3.7.1885 den Vatergutsvertrag zwischen Cäzilia Asam und ihren minderjährigen Kindern Martin und Cäzilia, vertreten durch deren Vormund Andreas Hackl, sowie den Ehe-und Erbvertrag zwischen Andreas Gruber und Cäzilia Asam.

N

Neuß, Georg
Kriminalkommissär bei der Münchner Polizeidirektion, Mitarbeiter von Georg Reingruber, fuhr mit diesem zusammen am 4.4.1922 nach Hinterkaifeck, inspizierte am 5.4.1922 den Tatort und vernahm erste Zeugen in Hinterkaifeck. Nach Ostern 1922 reiste er zusammen mit Kriminalsekretär Kollmer nach Waidhofen und vernahm vor Ort weitere Zeugen. Er verdächtigte insbesondere die Gebrüder Karl und Anton Bichler.

Ney, Heinrich,
half 1922 dem Gerichtsarzt Dr. Aumüller bei den Obduktionen der Opfer von Hinterkaifeck, war 1922 Kanzleiassistent, stieg bis 1953 zum Gerichtsvollzieher auf. Er wurde polizeilich vernommen am 19.1.1953 und 20.3.1953 und machte Angaben zu den Verletzungen der Opfer. Außerdem fuhr er auf Anordnung von StA Renner 1922 mit den Schädeln der sechs Opfer nach Nürnberg zu einer spiritistischen Sitzung.
Ney berichtet in seiner Aussage vom 19.01.1953 u.a. auch folgendes: “Ein weiterer Umstand fiel mir noch auf: Die Leichen wurden im Hofe auf einem dort abgestellten Tisch seziert. Die sezierten Leichen wurden dann jeweils in die offenstehende Tenne zurückverbracht. Als wir den alten Gruber, dessen Ehefrau u. die Frau Gabriel bereits in die Tenne gebracht hatten und anschließend das 11-Jährige Kind hineintrugen, bemerkten sowohl ich als auch die 2 Träger, deren Namen mir momentan unbekannt sind, daß plötzlich von der Tenne (Querbalken) ein daumenstarkes Heuseil, das vorher nicht da war, herabhing. Die Träger waren derart erschrocken, daß sie die Bahre fallen ließen* und ganz erschreckt ausriefen, woher denn plötzlich dieses Seil komme. ....” In seiner 2. Aussage vom 20.03.1953 erklärte er, daß die Bahre “beinahe” fallen gelassen wurde (“beinahe” ist handschriftlich eingefügt).

O

Ostermeier, Johann Baptist (*11.07.1854, +(?)),
geboren auf Kaifeck, vermutlich verheiratet mit Therese Asam (*11.01.1853 in Kaifeck); Vater: Martin Ostermeier, Eltern von Therese Asam: Johann Asam und Kreszenz Asam, geb. Knöferl).

Ostermeier, Josef
Ein Josef Ostermeier soll nach Leuschner (3. Auflage) der zweite Ehemann von Cäzilia Gruber, verw. Asam, gewesen sein. Diese Ehe, die nur von kurzer Dauer gewesen sein könnte (Tod Josef Asam 21.05.1885, Heirat mit Andreas Gruber 14.04.1886), ist aufgrund von Recherchen am Standesamt Hohenwart sehr unwahrscheinlich. In den Matrikeln der Pfarrei Waidhofen (heute im Bistumsarchiv Augsburg) gibt es ebenfalls keinen entsprechenden Eintrag. Eventuell liegt eine Verwechslung mit Johann B. Ostermeier vor, der vermutlich eine geborene (Therese!) Asam geheiratet hat.
(Anm.: Leuschner könnte die Angabe, dass der Hof Hinterkaifeck einst den Eheleuten Cäcilia und Josef Ostermeier gehörte, irrtümlich aus der Aussage des Lorenz Schlittenbauer vom 30.03.1931 übernommen haben. L. S. hatte ausgesagt: “Die Familie Gruber kannte ich seit meiner Geburt. Das Anwesen Hinterkaifeck gehörte ursprünglich dem Josef Ostermeier und nach dessen Tode heiratete dessen Witwe Cäzilie Ostermeier den Andreas Gruber”. (Siehe auch allmystery. de, Beitrag von ´kcefiak´ vom 14.02.08, 17.50h.) Da Lorenz Schlittenbauer zum Zeitpunkt der Eheschließung zwischen Cäzilia und Josef Asam 1877 erst 3 Jahre und zum Zeitpunkt des Todes von Josef Asam 1885 erst 11 Jahre alt war, kann es sein, dass er in der Erinnerung die Namen verwechselt hat, zumal es auf Kaifeck, wo Josef Asam herstammte, auch eine Familie Ostermeier gab.)

Ott, Franz
Kriminaloberinspektor bei der Münchner Polizeidirektion (Betrugsabteilung?). Ermittelte zusammen mit Kriminalsekretär Kollmer 1923 in Ingolstadt und Hinterkaifeck, als ein unberechtigter Verkäufer dem Holzhändler Lorenz Schmid das Anwesen Hinterkaifeck zum Verkauf angeboten hatte.

P

Pielmayer, Richard
Staatsanwalt am Landgericht Neuburg/Donau, hat 1925 die Ermittlungen im Mordfall Hinterkaifeck als 4. Staatsanwalt seit Beginn der Ermittlungen übernommen.

Pointner, Dr. Hans,
praktischer Arzt aus Hohenwart, sollte gemäß Schreiben des Johann Kammer an die Polizeidirektion München als Zeuge vernommen werden. In seiner Aussage vom 8.8.1930 erwähnt Kammer, dass Dr. Pointner in Gesellschaft mehrfach geäußert habe, er sei sich fast sicher, dass L.S. der Mörder sei. Einmal habe er es auch Kommissar Goldhofer gegenüber erwähnt, der daraufhin gesagt haben soll, dass dies völlig ausgeschlossen sei.

Plöckl, Michael
Zimmermann, ging am 01.04.1922 (Samstag) spätabends oder nachts von Gröbern nach Mitterhaid, kam am Hof Hinterkaifeck vorbei und sah, wie vom Backofen Rauch aufstieg. Er wurde dann auf dem Weg von einem Mann mit einer Taschenlampe geblendet. Vernehmung durch die Gerichtskommission am 05.04.1922.

Pöll, Michael (*27.09.1865 in Wangen, +08.11.1924 in Gröbern)
Gütler aus Gröbern, Nachbar von Lorenz Schlittenbauer, mit diesem und Jakob Sigl Auffinder der sechs Leichen, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922.

Popp, Dr. Alexander,
nahm 1951 als Staatsanwalt beim Landgericht Augsburg die Ermittlungen im Mordfall Hinterkaifeck nach dem Krieg wieder auf, verließ Ende 1952 Augsburg und wurde ab 1.1.1953 Amtsgerichtsrat in München.

Q

R

Ramer, Josef (*11.05.1861, +08.02.1923)
Polizeidirektor, Leiter der Kriminalabteilung der Münchner Polizeidirektion, Vorgesetzter von Georg Reingruber, Angehöriger einer schlagenden studentischen Verbindung, Korpsbruder von Dr. Friedrich Sandner, Spezialarzt für Gemüts-und Nervenkranke aus Nürnberg. Ramer initiierte die spiritistische Sitzung im Mai 1922 mit den sechs Schädeln der Opfer von Hinterkaifeck.

Renner, Ferdinand ( *1869, +(?)),
* 18.06.1868 in Kirchheimbolanden, protest., Vater Gendarmeriewachtmeister

  • Jura-Studium
  • Referendar: 1891
  • Prüfung als Assessor: 1895, "Notensumme II 0/20"
  • 1897 III. Staatsanwalt in Fürth
  • 1898 Amtsrichter in München
  • 1899 II. Staatsanwalt in Fürth
  • 1903 Landgerichtsrat in Frankenthal
  • 1914 "Titel und Rang eines Oberlandesgerichtsrats"
  • 1915 I. Staatsanwalt in Neuburg,

Führte ab 4.4.1922 als Staatsanwalt die ersten Ermittlungen im Mordfall Hinterkaifeck. Renner setzte am 8.4.1922 eine Belohnung in Höhe von 100.000 Mark für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Mordfalls Hinterkaifeck aus. Im Februar 1924 wurde er zum Richter am Oberlandesgericht München ernannt.

1927 Oberstlandesgerichtsrat, daneben ab 1934 Mitglied des Disziplinarhofes.

Die Personalakte von Ferdinand Renner ist sehr umfangreich und ohne große Lücken im Staatsarchiv München vorhanden. Seine Karriere ist über 40 Jahre hinweg dokumentiert, es liegen etwa ein Dutzend Beurteilungen von Vorgesetzten bei, die alle (nach meinem Eindruck) für ihn sehr günstig ausfallen.

1920 bemüht er sich um eine Versetzung nach München, der Augsburger Oberstaatsanwalt Menzel schreibt dazu in einer Beurteilung:
"Renner hat sehr große Fähigkeiten, umfassende Kenntnisse, eine sehr hoch zu bewertende Geschäftsgewandtheit und erzielte bei seinem klaren treffsicheren Urteil, seiner Klugheit, seinem großen Fleiße und seinem Geschick in der Erledigung der vielfältigen Aufgaben seines Dienstes durchweg sehr hoch einzuschätzende Leistungen. (...) Renner ist zum Direktor auch an einem ganz großen (Gericht hier: ) Landgericht vollauf geeignet."

Renner hat in einem nicht erhaltenen Schreiben besondere Gründe für eine gewünschte Verwendung in München angegeben, was in einem Schreiben Menzels aufscheint:
"Daß die von Renner für seinen besonderen Wunsch der Verwendung in München geltend gemachten zutreffenden Gründe den Wunsch vollkommen rechtfertigen, läßt sich wohl nicht verkennen. Ich möchte hienach sein Gesuch auch gerade in dieser Richtung bestens unterstützen."

Mit einem Schreiben vom 27.07.1922 an den jetzigen Augsburger Oberstaatsanwalt (Kraus) bringt Renner sich erneut ins Gespräch:
"Mein der höchsten Stelle vorliegendes Gesuch um Berufung auf die Stelle eines Direktors an einem der Landgerichte in München, das ich aufrecht erhalte und dem ich tunlichst in erster Linie zu entsprechen bitte, erweitere ich hiemit durch die in zweiter Linie gestellte Bitte um Verleihung der Stelle eines Rates am Oberlandesgerichte München. Die Verhältnisse, die mich nötigen, tunlichst eine Berufung nach München anzustreben, habe ich bereits in meinem ersten Gesuche dargelegt; sie bestehen fort."

Eine Berufung als Oberlandesgerichtsrat nach München erfolgt dann erst mit einigem zeitlichen Abstand, Dienstantritt am 01.04.1924.

Schon in einem "Qualifikationsbogen" vom März 1909, u.a. unterzeichnet "durch den Präsidenten des Oberlandesgerichtes Zweibrücken, von Lippmann", ist zu lesen:  "(...) Er eignet sich ebensowohl für die Stelle eines Landgerichtsdirektors, wie auch eines Oberlandesgerichtsrates und eines I. Staatsanwalts.

Die Pensionierung als Oberstlandesgerichtsrat erfolgte 1936.

Renner hatte zwei Kinder. Sein Sohn Heinrich war später Lehrer an einem Gymnasium in Neuburg/Donau. In Neuburg/Donau hat auch Staatsanwalt Renner nach seiner Pensionierung gewohnt.

In einem Zeitungsinterview hat sein Sohn Heinrich später erwähnt, dass sein Vater es stets bedauert habe, die Schädel der Hinterkaifecker einem Medium in Nürnberg zur Verfügung zu stellen.

Reingruber, Georg (*23.12.1866, +25.04.1955),
Erster ermittelnder Kommissar im Mordfall Hinterkaifeck.
Absolvierte 1891 die königlich-bayerische Gendarmerieschule, nach Tätigkeit bei der Sittenpolizei bis 1917 Leiter der Polizeidirektion München (später: Mordkomission). Als Kriminaloberinspektor von 1922 bis zu seiner Pensionierung 1930 polizeilicher Ermittler im Mordfall Hinterkaifeck.

Riedmayr, Martin (*19.09.1896, +1989)
Kriminalinspektor der Münchner Polizeidirektion, 1930 Nachfolger von Kriminaloberinspektor Georg Reingruber.

Riedmayr wurde als Sohn des Polizeibeamten Martin Riedmayr und Josefa Riedmayr geb. Hämmerle in München geboren und war 1915 Polizeipraktikant, als er in den Krieg eingezogen wurde. Seine Karriere startete er nach Kriegsende als Polizeibeamter im Mittleren Dienst, wurde spätestens 1925 zum Polizeihauptmann befördert und war ab 1930 Kriminalinspektor. Dass er während des 2. Weltkrieges 1942 als Major der Schutzpolizei im Stadtgebiet Smolensk eingesetzt war, darauf deutet ein Beitrag eines Internetforums hin. Riedmayr lebte 1951 als Oberstleutnant der Schutzpolizei a.D. in Leutstetten auf dem Gut von Kronprinz Rupprecht von Bayern. Er war Mitbegründer und 1950 Kandidat der Bayerischen Heimat- und Königspartei bei der Landtagswahl. Von Oktober 1954 bis 1960 Präsident des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz und Ministerialrat auf Lebenszeit. [Quellen: Kriegsstammrollen aus dem Bayerischen Hauptstadtarchiv, (2) Artikel Spiegel, 20.10.1954, siehe http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=28957706&top=SPIEGEL, (3) 50 Jahre Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz, Kapitel 1. Geschichtlicher Rückblick, 07.06.2000, siehe http://www.verfassungsschutz.bayern.de/service/mitteilungen/01573/index.php,  (4) Landesarchiv Baden Württemberg, Q 1/8 Bü 293, Allgemeine Korrespondenz, Buchstabe Ga-Gi, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=6709&klassi=&anzeigeKlassi=011.001, (5) Fußnote in "Das Huhn mit dem Gipsbein: Neueste sagenhafte Geschichten von heute", Rolf Wilhelm Brednich http://books.google.de/books?id=PYECVWte_igC&pg=PA151&lpg=PA151&dq=Martin+Riedmayr&source=bl&ots=iK15SBRZul&sig=3Spbhf1G9IyEsFwTIaYo0bDHLVg&hl=de&ei=_6u0SozeHMGF_Abv5Yy2DQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=8#v=onepage&q=Martin%20Riedmayr&f=false, (6) DIE ZEIT, 24.07.1959 Nur Wischiwaschi? http://www.zeit.de/1959/30/Nur-Wischiwaschi, (7) History-Forum zum Thema "Kommandant der Schutzpolizei im Generalbezirk Weißruthenien" http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=38&t=150560]


Rieger, Kreszenz
, (*25.04.1897)
geboren in Oberhausen bei Augsburg, aufgewachsen (als Pflegekind) in Hörtzhausen. Kreszenz Rieger wurde von der Verdingerin Julia Rogsaller nach Hinterkaifeck vermittelt, beschäftigt als Magd in Hinterkaifeck von November 1920 bis Ende August 1921, wurde am 27.3.1921 von einem Mädchen entbunden. Das Mädchen erhielt den Namen Victoria. Der schwer kriegsbeschädigte Vater des Kindes starb im Mai 1921 in München an den Folgen einer Operation. Das Kind musste wegen “mangelhafter Pflege” nach Rettenbach bei Schrobenhausen in Pflege gegeben werden. Nach ihrem Weggang (Ende August 1921) aus Hinterkaifeck wurde Kreszenz Rieger vermutlich in einer Klinik behandelt. Später wohnte sie bei “Steinberger” in Schrobenhausen. Am 25.3.1922 fand sie eine neue Anstellung als Magd beim Bauer Wagner in Adelshausen. Nach der Heirat zog sie nach Augsburg, weitere polizeiliche Vernehmung der Kreszenz Schmidt, geb. Rieger, am 9.7.1952.

Ritzl, August (*09.10.1880, +(?))
Seit dem 23.09.1926 Stadtpfarrer der Pfarrei St. Pankratius in Augsburg. Noch vor Kaplan Hauber erfuhr er in einem Gespräch mit Therese Mayer (geb. Gump) von ihren Anschuldigungen gegen ihre Brüder Adolf und Anton Gump. Wie später auch Hauber informierte er jedoch nicht die Polizei.
Von 1910 bis 1926 war August Ritzl Pfarrer in Hohenried, “keine Gehstunde von Hinterkaifeck weg”. Auf dem Weg nach Schrobenhausen sei er auch an der Einöde HK vorbeigekommen. Ritzl wird von Peter Leuschner folgendermaßen zitiert: “Das waren schon etwas sonderbare Leut´, das muß ich schon sagen. Hin und wieder habe ich mit dem alten Gruber gesprochen, wenn ich ihn traf.” (Leuschner, 3. Aufl., S.235.)

Rogsaller(?), Julia
Verdingerin aus Schrobenhausen, vermittelte im November 1920 Kreszenz Rieger (nach deren Angaben) als Dienstmagd nach Hinterkaifeck.
Rock(es)müller(?)
Frau Rockmüller (oder Rockesmüller – so Franziska Schäfer 1932) aus Schrobenhausen war private Arbeitsvermittlerin (Verdingerin) und vermittelte Maria Baumgartner als Magd ab 01.04.1922 zur Familie Gruber/Gabriel.
(Anm.: Aufgrund der Namensähnlichkeit Rogsaller/Rock(es)müller, die beide zur gleichen Zeit in Schrobenhausen private Arbeitsvermittlerinnen gewesen sein sollen, könnte man vermuten, daß es sich um eine Person handeln könnte und ein Name von Beteiligten falsch erinnert wurde.)

S

Sandner, Dr. Friedrich (*1874, +1954),
geboren in Cadolzburg Bezirksamt Fürth, Arzt für Nerven-und Gemütskrankheiten in Nürnberg, Mitglied einer schlagenden Verbindung, Korpsbruder von Josef Ramer (Leiter der Polizeidirektion München), vermittelte die Séance mit den sechs Schädeln der Opfer bei den Nürnberger Hellseherinnen.

Schäfer, Franziska, geb. Baumgartner (*1878),
Schwester der ermordeten Magd Maria Baumgartner. Sie lebte zum Tatzeitpunkt mit ihrem Ehemann Josef Schäfer in einem Anwesen in Mühlried, daß das Ehepaar 1917 gekauft hatte und “bis zum Juli 1922” besaß. 1922 verkaufte die Familie das Anwesen in Mühlried und erwarb in München das Haus Winterstr. 3 (Untergiesing). Nach den Angaben von Franziska Schäfer (1932) seien sie nach München gezogen, “weil ich nicht mehr die Landarbeit machen konnte”. Später zog das Ehepaar nach Dachau.
Franziska Schäfer wurde polizeilich vernommen am 05.04.1922 (Identifizierung ihrer Schwester in Hinterkaifeck), 1925 (in München), im Februar 1931 (v.a. zur Person und zum Umfeld ihrer Schwester) und am 29.04.1932 in Dachau (aufgrund von Verdächtigungen eines ehemaligen Münchner Nachbarn, v.a. auch bezüglich ihrer Brüder Narziss und Josef).
(Anm.: 1932 schreibt Kommissar Riedmayr: “Die Eheleute Schäfer und Narziss Baumgartner machten bei der Einvernahme einen durchaus glaubwürdigen Eindruck. (...) Es ergab sich auch nicht der geringste Anhaltspunkt dafür, dass die beiden Brüder Baumgartner vom Dienstantritt ihrer Schwester auf dem Hinterkaifecker Hof Kenntnis erhalten hatten.”)

Schäfer, Josef
Ehemann der Franziska Schäfer (geb. Baumgartner) und Schwager der ermordeten Magd Maria Baumgartner. Im Rahmen einer polizeilichen Vernehmung (1925) sagte er aus, dass Maria B. “etwas geistesbeschränkt” und gehbehindert gewesen sei.

Scheringer, Josef
Wachtmeister der Münchner Polizeidirektion, Hundeführer, war mit den Diensthunden Flora und Argus am 5.4.1922 zwecks Spurensuche am Tatort.

Scheppach, Rupert
Maschinenschlosser, stammte aus Altensittenbach beim Bezirksamt Hersbruck, war als Hamsterer zwischen 1919 und 1920 öfters in Hinterkaifeck, sollte die Schrotflinte von Andreas Gruber reparieren und brachte ihm 1920 ein halbes Pfund Schrotkörner verpackt in seiner Lohntüte mit, die im Zimmer der Magd gefunden wurde. Er wurde am 18.04.1922 polizeilich in Ingolstadt vernommen. (Anm.: Diese Aussage befand sich bei den Akten der Staatsanwaltschaft Neuburg, die 1944 in Augsburg verbrannt sind. Kommissar Riedmayr hatte im April 1931 in Neuburg angefragt, ob Scheppach jemals vernommen worden sei, weil es bei den Akten in München keine Abschrift gab.)

Schirovsky, Eduard
Kaffeevertreter, war am 1.4.1922 zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr vergeblich in Hinterkaifeck, um bei Victoria Gabriel eine Kaffeebestellung aufzunehmen, Wohnort Straubing, war am 1.4.1922 eingemietet in der Brauerei Öfele in Schrobenhausen, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922, hier u.a. ausgesagt:
“Gelegentlich einer gemeinsamen Geschäftsreise am 1.4.1922 wollten wir um die Mittagszeit zwischen 12 und 2 Uhr die Familie Gabriel in Hinterkaifeck zwecks Bestellungen auf Kaffee aufsuchen. Wir klopften wiederholt an die Fenster des Anwesens und gaben auch Laut. Es hörte niemand.Wir gingen dann um das Haus herum und schauten auch durch die Fenster in die Küche und Stallung, konnten aber keine Person wahrnehmen. Nur der Hund und das Vieh gab Laut. Alle Türen waren verschlossen, mit Ausnahme des Tores am Maschinenhaus, welches offenstand.Wir entfernten uns und machten im Dorfe über unsere Wahrnehmung den dortigen Bewohnern, so dem Herrn Sigl, der Familie Schlittenbauer hierüber Mitteilung. Irgendwelchen Verdacht gegen eine Person als Täter können wir nicht aussprechen. Nur sind uns am selben Tag bevor wir an das Haus Gabriel kamen, gegen 11 vorm. 2 Frauen mit Kirmen beladen auf der Straße Einöd-Schachen nach Edelshausen begegnet. Beide Frauen waren 50 bis 60 Jahre alt und hatten zigeunerartiges Aussehen. Eine Mannsperson befand sich in ihrer Begleitung nicht.”

Schirovsky, Hans (*1897)
Bruder von Eduard Schirovsky, ebenfalls Kaffeevertreter, hat seinen Bruder am 1.4.1922 nach Hinterkaifeck begleitet, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922.

Schlittenbauer, Anna
Tochter von Lorenz und Anna Schl., starb als Kleinkind, wurde am 29.03.1922 beerdigt.

Schlittenbauer, Anna (*17.07.1892, +14.10.1943),
geb. Dick, geboren in Diepoltshofen, 2. Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer. Heirat 1921, Mutter von Josef Dick.

 

 

 

Schlittenbauer, Johann (*27.03.1906, +09.02.1977)
Sohn von Lorenz Schl., wurde von seinem Vater am 4.4.1922 zusammen mit seinem Stiefbruder Josef Dick nach Hinterkaifeck geschickt, um nachzusehen, ob der Familie Gruber/Gabriel etwas passiert sei. Johann Schlittenbauer wurde 1952 von den "Weltbild"-Reportern Heinz Ulrich und Wolfgang Gronefeld zum Mordfall HK befragt. Die Tat sei seiner Meinung nach kein Raubmord gewesen, sondern "aus Rache" erfolgt.

 

 

Schlittenbauer, Lorenz (*16.08.1874, +22.05.1941)
Landwirt und Ortsführer von Gröbern, Auffinder der Leichen, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922 in Hinterkaifeck und am 30.3/31.3.1931 in München. Hat die Vaterschaft des unehelich geborenen Josef Gruber abwechselnd anerkannt und widerrufen, Verhältnis mit der ermordeten Viktoria Gabriel im Jahre 1918. Eine von ihm gewünschte Heirat wurde von Andreas Gruber verhindert. Hausbrand 1926, Prozesse gegen Jakob Sigl 1926, auch “Pe(r)terbauer” genannt.

Schlittenbauer, Magdalena
Tochter von Lorenz und Victoria Schlittenbauer, hat 1921 geheiratet.

Schlittenbauer, Josef - siehe unter > Dick, Josef

Schlittenbauer, Sebastian (*21.01.1874, +06.11.1936),
geboren in Wolnzach als Sohn des Gütlers Andreas Schlittenbauer und dessen Ehefrau Ursula, geb. Peller; wurde 1911 Studienprofessor in München, heiratete 1909 Kunigunde Dresel aus Würzburg (*1863, +1913) und in zweiter Ehe 1917 Sofie Hümmer, verwitwete Schirmer (*1875, + ?), war von 1912 bis 1933 Landtagsabgeordneter, von 1912 bis 1918 zunächst für das Zentrum, später für die BVP, ab 1913 ehrenamtlicher Generalsekretär des bayerischen Bauernverbandes, Mitglied der Landesbauernkammer und des Landeseisenbahnrates, am 12.11.1918 zusammen mit Georg Heim Begründer der bayerischen Volkspartei, von September 1930 bis Juli 1932 Mitglied des Reichstags. Hinterkaifeck lag zwar im Wahlkreis von Sebastian Schlittenbauer, eine nähere Verwandtschaft zu Lorenz Schl., wie von der Bevölkerung vermutet, konnte jedoch nicht verifiziert werden. Er hatte keine leiblichen Kinder, jedoch eine Adoptivtochter Gabriele, die 1931 verstarb.

Bemerkenswert ist, dass Dr. Sebastian Schlittenbauer am Donnerstag, den 6.4.1922 und am Freitag, den 7.4.1922 nicht an den Sitzungen im Bayerischen Landtag teilnahm. Für diese 2 Tage war er entschuldigt, aber er hatte keinen Anspruch auf Aufwandentschädigung, was eher für einen privaten Hintergrund seiner Abwesenheit spricht. Ein Zusammenhang mit dem Mordfall Hinterkaifeck ist nicht zwingend, jedoch bietet die zeitliche Nähe Platz für Spekulationen. Die Sitzungsprotokolle des Bayerischen Landtages sind nachzuschlagen auf http://geschichte.digitale-sammlungen.de/landtag1919/seite/bsb00008681_00476 (Nach dem Inhalt der Sitzung gibt es eine tägliche formelle Sitzungseröffnung, wo die Abwesenden erwähnt werden). Am 6.4.1922 steht dort: Nach Art. 2 Abs. 2 des Aufwandentschädigungsgesetzes sind entschuldigt die Abgeordneten ... , anderweitig ist entschuldigt der Abgeordnete Dr. Schlittenbauer; beurlaubt sind die Abgeordneten...

Schlittenbauer, Viktoria (*15.10.1869, +14.07.1918),
geboren in Ried bei Schrobenhausen, 1. Ehefrau von Lorenz Schlittenbauer.

Schmid, Johann (*1887)
Holzhändler aus Herrnwahlthann im Bezirksamt Kelheim, 1922 ansässig in Nürnberg. Er interessierte sich für den Kauf des Anwesens Hinterkaifeck und geriet an einen unberechtigten Verkäufer. Als er dies bemerkte, informierte er wegen des Betrugsverdachts die Polizei.

Schmid, Lorenz (*1901)
Zum Tatzeitpunkt Betriebsleiter bei der Fa. Ziegler, Vorgesetzter von Albert Hofner. Er wurde 1925 polizeilich vernommen im Zusammenhang mit der Verdächtigung des Schöpf bezüglich des Monteurs Hofner. Er sagte aus, dass Hofner ungern den Auftrag in Hinterkaifeck ausgeführt habe, weil es dort unsauber gewesen sei und ihm im Rahmen eines früheren Auftrags nichts zum Essen angeboten wurde.

Schöpf
Gendarmeriekommandant a.D. aus Schwarzenbach am Wald, schrieb am 20.4.1925 einen Brief an die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Neuburg und verdächtigte den Monteur Albert Hofner als Mörder von Hinterkaifeck. Durch seinen Brief fiel StA Pielmaier auf, dass der Monteur noch nicht vernommen worden war, weshalb er die Nachholung der Vernehmung anordnete.

Schrätzenstaller, Josef ,
lediger Gütlerssohn aus Gröbern, polizeiliche Vernehmung am 5.4.1922, weil er den von den Hinterkaifeckern um Lichtmess 1922 herum beschäftigten 18jährigen Knecht beschreiben sollte. Der Name dieses Mannes war ihm nicht erinnerlich.

Schrittenlocher, Josef (*30.01.1896, +26.12.1968),
genannt auch “Bauern-Sepp von Gröbern”. Der Gütlerssohn Schrittenlocher arbeitete zeitweilig als Hilfskraft auf Hinterkaifeck, etwa beim Dampfdreschen. Am 04.04.1922 war er nach der Auffindung der Opfer als einer der ersten am Tatort. Vernehmung am 01.07.1952, wohl im Zuge der Ermittlungen gegen Anton Gump. (Siehe auch Allmystery.de, Beitrag von ´kcefiak´, S.582, 21.02.08, 21:10h.)

Schwaiger, Alois (*1906)
Sohn von Thomas Schwaiger, einer der ersten, die am 04.04.1922 Tatort waren.

Schwaiger, Andreas (*12.02.1897, +08.02.1984)
Gütler aus Gröbern, Eheschließung mit Elisabeth Kopold am 25.07.1932 in Hohenwart. Andreas Schwaiger war als einer der ersten am Tatort. 1952 wurde nach seinen Angaben eine Rekonstruktion des Anwesens angefertigt, erneute Vernehmung 1980. Andreas Schwaiger schildert als einziger Zeuge den Sachverhalt, daß Lorenz Schlittenbauer nach Auffindung der Reuthaue während des Abbruchs des Anwesens Hinterkaifeck diese mit der Begründung an sich bringen wollte, daß sie aus seinem Besitz stamme und er sie schon länger vermißt hätte.

Schwaiger, Thomas (genannt: "Dammerbauer"; *06.03.1855 in Gröbern, +14.04.1930),
Eheschließung 1896 in Gröbern, Land-und Gastwirt aus Gröbern. Vernehmung 1929 durch die Gendarmen von Hohenwart. Nach Angaben eines Stammgastes soll er angesichts der Leichen in Hinterkaifeck erklärt haben, dass er wisse, wer der Mörder sei. Bei seiner polizeilichen Vernehmung hat er dies abgestritten, bzw. ausgesagt, dass er so etwas höchstens im “ersten Effekt” gesagt habe.

“Schwanzenmanderl”
Die Neue Freie Volkszeitung München meldete am 4.8.1922, dass der geständige Raubmörder von Hinterkaifeck, das sog. “Schwanzenmanderl vom Sattelberg” am 2.8.1922 verhaftet wurde. Sein Bruder Karl entzog sich angeblich der Festnahme durch Flucht. Es handelte sich um den 31jährigen Andreas Schreyer aus Sattelberg und seinen Bruder Karl Schreyer. Die Gendarmerie Schrobenhausen gab am 19.1.1923 in einer Aktennote bekannt, dass Schreyer schon vor längerer Zeit wegen mangelnder Beweise aus der U-Haft entlassen wurde.

Sellwanger, Georg
Lehrer von Cäcilia Gabriel an der Schule in Waidhofen, war von April 1921 bis Oktober 1922 als Hauptlehrer an der Schule in Waidhofen tätig, zuvor Lehrer in Petershausen im Bezirksamt Dachau. Wenn die Ausführungen des Polizeibeamten Xaver Meiendres von 1948 in diesem Punkt korrekt sind, dann müsste auch Sellwanger zu einem momentan nicht zu bestimmenden Zeitpunkt polizeilich vernommen worden sein. Das Protokoll (falls angefertigt) scheint sich aber nicht erhalten zu haben.

Si(e)gl, Georg (*1903),
war 1919 für 12 Wochen auf dem Hinterkaifecker Hof als Knecht beschäftigt. Er wurde am 05.07.1923 eidlich vor dem Amtsgericht in Schrobenhausen vernommen und sagte zur Herkunft der Reuthaue aus, dass der alte Gruber diese selbst zusammengestellt habe. Den Stiel habe er sogar selbst geschnitzt. Zum Aufbewahrungsort der Reuthaue sagte er aus, dass landwirtschaftliche Geräte und auch die Reuthaue auf dem Hinterkaifecker Hof in der Scheunendurchfahrt aufbewahrt wurden. (Zitiert @kcefiak, Anm.: Auf Blatt 2 des Vernehmungsprotokolls befindet sich eine Skizze des Anwesens HK, die evtl. nach Angaben des Georg Si(e)gl entstanden ist.)

Sigl, Jakob (*17.07.1891, +? )
Gütler aus Gröbern, verheiratet, genannt “Hauserbauer”; Nachbar von Lorenz Schlittenbauer, Auffinder der Leichen, polizeiliche Vernehmungen am 5.4.1922, am 10.01.1952 und am 30.05.1952, 1926 zivilgerichtliche Auseinandersetzungen mit Lorenz Schlittenbauer, da Sigl seinen Nachbarn als Hinterkaifecker Mörder bezeichnet hatte. 1933 Wegzug aus Gröbern, lebte dann in Schiltberg (Landkreis Aichach-Friedberg).

Starringer, Cäzilia, geb. Asam (*8.2.1881, +16.8.1953)
Tocher aus 1. Ehe der ermordeten Cäzilia Gruber, verw. Asam; lebte seit ihrer Heirat in Gerenzhausen/Scheyern. Sie lieh ihrer Halbschwester Victoria Gabriel im Oktober 1921 5.000 Mark für einen Motor und Mitte Februar 1922 3.000 Mark für eine Dreschmaschine. Cäzilia Starringer wurde von der Polizei am 5.4.1922 als Zeugin vernommen. Sie hat nach der Beerdigung der Opfer die Danksagungsanzeige im Schrobenhausener Wochenblatt vom 13.4.1922 aufgegeben und beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/2.

Starringer, Josef
Gütler aus Gerenzhausen; Ehemann der Cäzilia Starringer, Schwager von Viktoria Gabriel.

Starringer, Josef
Josef Starringer aus Schachach beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/20.

Starringer, Maria
Maria Starringer aus Lichthausen beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/20.
(Anm.: Josef Starringer aus Schachach und Maria Starringer aus Lichthausen waren die Kinder einer zum Zeitpunkt des Erbfalls schon verstorbenen Schwester (verehelichte Starringer) des Andreas Gruber.

Stegmair, Kaspar
Landwirt aus Gröbern, Schwiegervater von Jakob Sigl. Laut Sigl (Vernehmungsniederschrift vom 10.01.1952) kam Stegmair am 30.3.1922 am Anwesen Hinterkaifeck vorbei und erfuhr von Andreas Gruber, “daß im Schnee eine Spur zu seinem Anwesen führe, er glaube, daß Spitzbuben in seinem Hause seien. Stegmair soll Gruber aufgefordert haben, das Anwesen durchsuchen zu lassen, worauf Gruber erwiderte, daß er sich nicht fürchte.” (Anm.: Es finden sich auch die Schreibweisen “Stegmeier” (bei Leuschner) und “Stegmaier”. Der Schwiegersohn Jakob Sigl scheint aber “Stegmair” angegeben zu haben.)

Stinglwagner, Albert
Justizrat und Notar in Schrobenhausen, beurkundete am 11.3.1914 den Übergabevertrag zwischen den Eheleuten Andreas und Cäzilia Gruber und ihrer Tochter Viktoria Gruber, sowie den Ehe-und Erbvertrag zwischen Karl Gabriel und Viktoria Gruber, beurkundete am 1.7.1915 das Schuldbekenntnis und die Bewilligung der Hypothekenbestellung der Viktoria Gabriel für ihre Tochter Cäzilia Gabriel, erstellte außerdem später das Nachlassverzeichnis der Hinterkaifecker.

T

Tenner, Friedrich
Polizeidirektor der Münchner Polizeidirektion, Nachfolger des 1923 verstorbenen Josef Ramer.

Thaler, Josef und Andreas(?)
Die ehemalige Hinterkaifecker Magd Kreszenz Rieger verdächtigte im Mordfall Hinterkaifeck in einer Vernehmung am 09.07.1952 die Gebrüder Thaler. Josef Thaler habe sie in ihrer Zeit auf HK mehrfach nachts am Kammerfenster aufgesucht und gefragt, “ob ich denn keine Bekanntschaft will”. Einmal sei nach ihrem Eindruck im Hintergrund auch Josef Thalers Bruder dabeigewesen, dessen Vornamen sie 1952 nicht mehr sicher erinnert. Als die zwei Männer weggegangen seien, habe sie ihnen vom Küchenfenster aus nachgeschaut. Die Männer seien beim Motorenhäuschen stehengeblieben und hätten sich dort umgesehen. Rieger: “Die Thaler waren nämlich bekannt, daß sie verschiedene Einbrüche schon verübt haben. Weiter sagt Rieger: “Bekannt wurde mir, daß die Thalerbuben schon ein Jahr zuvor in dem Wagenschupfen nachts von Gruber angetroffen wurden. Damals soll ihnen der alte Gruber mit einem Infanteriegewehr nachgeschossen haben.”
“1923 oder 1924” war Kreszenz Rieger Magd auf einem Hof in Koppenbach (Gastwirt Walter). Dort soll ihr ein Knecht, ein Verwandter der Gebrüder Thaler, gedroht haben: “Sollte ich (...) weiterhin meine Vermutung zu Lasten der Thaler aussprechen, so werde ich eines Tages von den Thalers erschlagen werden.” Sie habe sich an die Polizei gewandt, “worauf die beiden Thaler in Haft genommen wurden. Nach drei oder vier Wochen Haft wurden sie wieder entlassen, weil sie die Tat nicht zugegeben haben und Beweise nicht vorhanden waren.”(Alle Zitate nach der Vernehmungsniederschrift vom 09.07.1952.)

U

Ulrich, Heinz
Redakteur, recherchierte 1952 gemeinsam mit dem Bildjournalisten Gerhard Gronefeld im Umkreis von Anton Gump und konnte eine Verwicklung des Anton Gump in den Mordfall Hinterkaifeck nicht feststellen. Beide erhoben schwere Vorwürfe gegenüber der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Augsburg wegen des Ermittlungsverfahrens und der Verhaftung des Anton Gump.

V

Vogel
Eisenwarenhändler in Schrobenhausen.

W

Wagner, Marie
Marie Wagner aus Grüntegernbach beerbte die Opfer von Hinterkaifeck zu 1/50.

Wießner, Johann Konrad
Oberamtsrichter am Amtsgericht Schrobenhausen, inspizierte als Mitglied der Gerichtskommission zusammen mit seinem Assisten Schäfer und dem Gerichtsinspektor Glaser als erster den Tatort, erstellte am 5.4.1922 das Augenscheinsprotokoll.

X

Y

Yblagger, Hans (*19.10.1886),
ab Oktober 1922 Hauptlehrer an der Schule in Waidhofen, dort mindestens tätig bis Sommer 1925, später Umzug nach Marzoll (Nähe Bad Reichenhall). Richterliche Vernehmung am 19.2.1931 vor dem Amtsgericht Bad Reichenhall, verdächtigte Lorenz Schlittenbauer. Yblagger führte nach seiner Aussage während seiner Zeit in Waidhofen mit Pfarrer Haas Gespräche über den Mordfall Hinterkaifeck.

Z

Ziegler, Johann
Inhaber der Maschinenfabrik Ziegler (Firmensitz 1922 in Pfaffenhofen an der Ilm), 1922 Arbeitgeber des Monteurs Albert Hofner, Firmensitz wurde noch vor 1925 nach Reichertshausen verlegt.

 

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Die historischen Akten

Dank der Hilfe vieler User aus dem Forum von hinterkaifeck.net sind nun wesentliche Teile der in Augsburg und München eingelagerten Akten über den Mordfall erstmals zugänglich und können hier online eingesehen werden.

weiter lesen...


Der "FFB-Bericht"

Der im Jahr 2007 an der Fachhochschule für Verwaltung und Recht in Fürstenfeldbruck bei München erstellte Bericht über den Mordfall Hinterkaifeck ist hier erstmals öffentlich zugänglich.

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Sterbebildchen

Das im Kirchlein Sankt Vitus in einem alten Kirchenbuch gefundene Bildchen der Hinterkaifecker Opfer gibt auch heute noch Rätsel auf.

Lesen Sie hier, warum...


Danksagung

Der Dank der Betreiber dieser Seiten richtet sich für ihre inhaltliche Zu- und Mitarbeit an alle "Privatermittler", welche den Mordfall Hinterkaifeck durch ihr privates Engagement und erheblichen Rechercheaufwand nicht in Vergessenheit geraten lassen.

 

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