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Tannöd

 

Ein Kriminalroman von
Andrea Maria Schenkel

Broschur, 128 Seiten,
€ (D) 12,90 / sFr 23,50

ISBN 3-89401-479-2

Auszeichnungen:

  • Deutscher Krimipreis 2007 (Platz 1)
  • Friedrich-Glauser-Preis 2007 (Debüt)
  • CORINE Preis 2007 (Weltbild-Leserpreis)

Zur Handlung

Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur.

Diese Spur muss der Leser aufnehmen.

Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist.

Die Autorin legt mit ihrem Debüt nicht nur einen dramatischen, literarisch reizvollen Kriminalroman vor. Sie zeichnet schonungslos und eindrücklich das Porträt einer bigotten und ganz und gar nicht idyllischen dörflichen Gemeinschaft mit einem traumatischen Beziehungsgeflecht, das schließlich zum Mord führt.

Dem Buch liegt der ungeklärte Mordfall auf dem bayrischen Einödhof Hinterkaifeck aus dem Jahr 1922 zugrunde.

Zur Autorin

Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962, lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von Regensburg. In Regensburg geboren und aufgewachsen. Ausbildung zur Lehrbeamtin bei der Post. 1991 mit ihrem Mann Umzug nach Baden-Württemberg, 1992 Geburt des ersten Sohnes. 1995 zieht die Familie zurück nach Bayern.

Mit ihrem Debüt Tannöd eroberte sie im Frühjahr 2006 auf Anhieb Platz 1 der KrimiWelt-Bestenliste (Die Welt / Arte / NordwestRadio). Es wurde mit dem Deutschen Krimi Preis 2007, dem Friedrich-Glauser-Preis 2007 (Debüt) und der Corine 2007 (Kategorie Leserpreis) ausgezeichnet. Ab März 2007 behauptete es sich über drei Monate auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

Eine Hörbuch-Einspielung mit Monica Bleibtreu ist 2006 bei Hörbuch Hamburg erschienen, kurz darauf produzierte der NDR die Hörspielfassung und die Filmrechte wurden vergeben (Wüstefilm West und Constantin Film). Die Dreharbeiten beginnen im April 2008. Inzwischen sind mehrere Theaterfassungen in Vorbereitung. Die Übersetzungsrechte wurden in 16 Länder verkauft u.a. nach Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Island, Norwegen, Dänemark, Japan, China, Taiwan, Südkorea, Serbien und Polen. Die englischen Rechte für Tannöd wie auch für Kalteis gingen an den in der Branche viel beachteten unabhängigen britischen Verlag Quercus. Tannöd verkaufte sich bislang 550.000 mal.

Diese und weitere Informationen unter: www.andreaschenkel.de

Leseprobe

"Der Bauer, ein großer, kräftiger Mann, einsilbig. Während des Abendessens hat er nicht viel gesprochen. Er hat sie nur kurz begrüßt, als er in die Stube kam. Ein fester Händedruck, ein abschätzender Blick, das war alles.

Seine Frau, auch sie sehr still. Älter als ihr Mann. Verhärmt, verschlossen. Sie sprach das Tischgebet.

Die Tochter, sie war nett zu Marie. Hat gefragt, ob sie außer der Traudl noch andere Geschwister hat, Nichten und Neffen. Hat sich nach deren Namen erkundigt und nach dem Alter.

Mit der kann man noch am besten auskommen, denkt sich Marie.

Und die Kinder…

Die Kinder hier im Haus sind nett. Nette Kinder, besonders der kleine Bub. Der hat sie gleich angelacht. Der wollte immer mit ihr spielen. Sie hat mit ihm gescherzt. Hat ihn auf ihren Schoß genommen und auf den Knien reiten lassen, wie sie es immer mit den Kindern ihrer Schwester gemacht hat. »Hoppe Reiter« hat sie mit ihm gespielt, von ihrem Schoß hat sie ihn plumpsen lassen. Der Kleine hat vor lauter Lachen gegluckst.

Wie die junge Bäuerin die Kinder zu Bett geschickt hat, da ist die Marie auch aufgestanden.

Hat gesagt: »Ich geh auch gleich in die Kammer, muss meine Sachen noch einräumen. Dann kann ich morgen in aller Früh gleich anfangen.«

Sie hat allen eine gute Nacht gewünscht und ist in ihre Kammer gegangen.

Draußen ist das Wetter noch schlechter geworden. Der Wind nimmt immer mehr zu. Es stürmt.

Das Fenster ist nicht besonders dicht, der Wind pfeift durch die Ritzen. Marie bemerkt einen Luftzug. Sie dreht sich um zur Tür.

Die Tür steht leicht offen. Marie will sie schließen. Da bemerkt sie, wie sich die Tür langsam, knarrend immer mehr öffnet. Ungläubig staunend blickt sie auf den größer werdenden Spalt.

Marie ist unschlüssig, sie weiß nicht, was sie tun soll. Steif und starr bleibt sie einfach nur stehen. Den Blick auf die Tür gerichtet. Bis sie ohne ein Wort, ohne eine Silbe von der Wucht des Schlages zu Boden fällt.
"

Quellen: www.edition-nautilus.de und www.andreaschenkel.de

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Die historischen Akten

Dank der Hilfe vieler User aus dem Forum von hinterkaifeck.net sind nun wesentliche Teile der in Augsburg und München eingelagerten Akten über den Mordfall erstmals zugänglich und können hier online eingesehen werden.

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Der "FFB-Bericht"

Der im Jahr 2007 an der Fachhochschule für Verwaltung und Recht in Fürstenfeldbruck bei München erstellte Bericht über den Mordfall Hinterkaifeck ist hier erstmals öffentlich zugänglich.

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Sterbebildchen

Das im Kirchlein Sankt Vitus in einem alten Kirchenbuch gefundene Bildchen der Hinterkaifecker Opfer gibt auch heute noch Rätsel auf.

Lesen Sie hier, warum...


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